Bending Spoons einigt sich auf Kauf von Airtable für 1,285 Milliarden Dollar

Bending Spoons hat sich auf die Übernahme von Airtable in einem reinen Bardeal im Wert von 1,285 Milliarden Dollar Unternehmenswert geeinigt, mit einem impliziten Eigenkapitalwert von rund 2,25 Milliarden Dollar, wie die italienische Softwaregruppe am 4. August 2026 bekanntgab.

Die Vorstände beider Unternehmen haben der Transaktion einstimmig zugestimmt, die sämtliche ausstehenden Anteile von Airtable - also 100 Prozent der Aktien - umfasst und vorbehaltlich behördlicher Genehmigung im späteren Verlauf von 2026 abgeschlossen werden soll, wie aus der Investor-Relations-Mitteilung von Bending Spoons und dem Bericht von Businesswire zu dem Deal hervorgeht.

Die Zahlen hinter dem Deal

Der Übernahmepreis von Airtable liegt deutlich unter der Bewertung, die Investoren dem Unternehmen auf dem Höhepunkt des Software-Booms zugeschrieben hatten, obwohl der Umsatz weiter wuchs.

KennzahlWert
Unternehmenswert1,285 Milliarden Dollar
Impliziter Eigenkapitalwertrund 2,25 Milliarden Dollar
Airtable ARR (Juni 2026)rund 480 Millionen Dollar (+20 Prozent gegenüber Vorjahr)
Airtable-Höchstbewertung (2021)11 Milliarden Dollar
Bending-Spoons-IPO-Bewertung (1. Juli 2026)18 Milliarden Dollar

Der jährlich wiederkehrende Umsatz von Airtable erreichte bis Juni 2026 laut der gemeinsamen Ankündigung beider Unternehmen rund 480 Millionen Dollar und wuchs damit um mehr als 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr - eine Wachstumsrate, die das Ausmaß des Bewertungsabschlags ungewöhnlich macht.

Das Bending-Spoons-Playbook: Kosten senken, konsolidieren, neu aufsetzen

Bending Spoons hat bei WeTransfer, Meetup und Evernote stets dasselbe Übernahme-Playbook angewendet: Kosten senken, Funktionen konsolidieren und das Produkt kurz nach Abschluss technisch neu aufsetzen. Dieses Muster ist bei allen drei Deals gut dokumentiert und gibt Airtable-Kunden eine verlässliche Grundlage, um vorherzusagen, welche Änderungen nach Abschluss dieser Übernahme kommen.

Das Tempo ist für die rund 500.000 Kundenorganisationen von Airtable entscheidend: Bending Spoons hat nach jedem früheren Abschluss schnell gehandelt, nicht schrittweise, und bei den Übernahmen von WeTransfer, Meetup und Evernote kam es jeweils innerhalb des ersten Jahres zu Änderungen bei Preisen, Funktionen oder Infrastruktur.

Die Migrations-Audit-Checkliste für Airtable-Kunden

Unternehmen in der EU und in Großbritannien, die kritische Workflows über Airtable abwickeln, sollten jetzt mit einem Audit des Migrationsrisikos beginnen - bevor Änderungen nach Abschluss angekündigt werden, nicht erst danach.

Dieses Audit sollte erfassen, welche Workflows von Airtable-spezifischen Automatisierungen oder Integrationen abhängen, Kosten und Zeitaufwand für eine Migration auf eine alternative Plattform abschätzen und markieren, welche Verträge oder Preisstufen sich ändern könnten, sobald Bending Spoons die Roadmap kontrolliert - genau die drei Bereiche, die sich bei WeTransfer, Meetup und Evernote nach Abschluss der jeweiligen Übernahme zuerst veränderten.

Wie es weitergeht

Der Deal soll laut Ankündigung von Bending Spoons im späteren Verlauf von 2026 abgeschlossen werden, vorbehaltlich der üblichen behördlichen Genehmigungen.

Bis zum Abschluss der Transaktion arbeitet Airtable weiterhin eigenständig, doch der Abschluss selbst - nicht eine spätere Produktankündigung - ist laut den von beiden Unternehmen offengelegten Vertragsbedingungen der Zeitpunkt, ab dem Bending Spoons die Befugnis erhält, sein Playbook anzuwenden.