Was sich am 4. September ändert

Google hat den 4. September 2026 als das Datum festgelegt, an dem Google Assistant auf dem Großteil der Verbraucher-Hardware den Dienst einstellt: Android-Handys, Android-Tablets, Wear-OS-Smartwatches, unterstützte Kopfhörer und Ohrhörer sowie Android-Auto-Sitzungen, die vom Handy aus gespiegelt werden. Wer "Hey Google" sagt oder den Ein-/Ausschaltknopf lange gedrückt hält, startet auf all diesen Geräten künftig Gemini statt Assistant. Google hat Nutzer direkt per E-Mail über die Änderung informiert, und dieselbe Botschaft erscheint inzwischen als Banner auf den Google-Assistant-Supportseiten: Gemini ersetzt Google Assistant auf den meisten mobilen Geräten, und es gibt keine Einstellung, um nach der Umstellung eines Geräts wieder zurückzuwechseln.

Die Abschaltung erfolgt nicht bei allen Geräten am selben Morgen. Google rollt die Änderung in Stufen über mehrere Wochen aus, sodass zwei Personen mit demselben Handymodell die Umstellung Tage auseinander erleben können. Für alle, die eine Migration einplanen, gilt praktisch dasselbe: den 4. September als Beginn des Zeitfensters behandeln, nicht als einzelnen harten Stichtag, und davon ausgehen, dass der Übergang etwa einen Monat danach abgeschlossen ist.

Die Ausnahme: Autos mit Google built-in

Eine Kategorie ist ausdrücklich von dieser Runde ausgenommen. Fahrzeuge mit "Google built-in"-Infotainment - bei denen Android nativ im Armaturenbrett läuft, statt vom Handy gespiegelt zu werden - behalten Google Assistant vorerst, nach einem Zeitplan, den Google noch nicht bekannt gegeben hat. Diese Unterscheidung ist für Flottenbetreiber und Automobilpartner wichtig: Ein Auto, das ein Handy per Android Auto spiegelt, verliert Assistant nach demselben Zeitplan wie das Handy selbst, während ein Auto mit fest in die Zentraleinheit integrierter Google-Software noch nicht betroffen ist.

Google TV, Google-Home-Lautsprecher, Smart Displays und andere nicht-mobile Geräte liegen ebenfalls außerhalb dieser konkreten Welle. Gemini soll sie irgendwann erreichen, aber es wurde noch kein Datum festgelegt - jede Integration, die um diese Geräteklassen herum gebaut wurde, steht also noch nicht unter derselben Vierwochenfrist wie Handys, Tablets, Wearables und Android Auto.

Die Migrations-Checkliste für Unternehmen in EU und UK

Jede Organisation mit einer laufenden Assistant-basierten Integration sollte die nächsten vier Wochen als harte Frist behandeln, nicht als Planungsfenster. Vier Gruppen sind direkt betroffen. Erstens müssen Smart-Home- und Proptech-Anbieter, die "Sag Google Assistant, ..."-Sprachroutinen für Licht, Heizung oder Zutrittskontrolle in Häusern und Hotels in EU und UK ausgeliefert haben, diese Routinen gegen die Sprachbefehlsoberfläche von Gemini neu testen, da Gemini kein identisches Verhalten bei der Phrasenzuordnung wie der alte Assistant-NLU-Stack garantiert. Zweitens verlieren Automobilzulieferer und Nachrüst-Integratoren, die Sprachfunktionen für Android Auto entwickeln - im Gegensatz zu eingebauten "Google built-in"-Systemen -, ihre aktuelle Sprachebene nach demselben Zeitplan vom 4. September wie Verbraucherhandys, ohne separate Übergangsfrist. Drittens brauchen Betreiber im Gastgewerbe und Einzelhandel, die Sprachkioske, In-Room-Assistenten oder kundenseitige Android-Tablets mit Assistant betreiben, einen validierten Gemini-basierten Ersatz, bevor die geräteseitige Umstellung ihre Hardware-Charge erreicht, da der gestufte Rollout bedeutet, dass nicht alle Geräte am selben Tag umgestellt werden. Viertens sollten Entwickler, die auf dem Assistant SDK oder Actions on Google aufgebaut haben - der Entwicklerplattform, nicht der Verbraucher-App - direkt in Googles Entwicklerdokumentation prüfen, ob ihr Integrationspfad betroffen ist, da der API-seitige Abschaltzeitplan für Actions on Google eine separate Frage von der hier beschriebenen Abschaltung auf Verbrauchergeräten ist und in derselben Ankündigung nicht näher erläutert wurde.

Der häufigste Fehler ist die Annahme, Assistant werde weiterlaufen, bis er sichtbar ausfällt. Da der Rollout über Wochen gestaffelt ist, kann ein Unternehmen, das am 4. September nur das eigene Bürogerät testet, den Test bestehen und dann feststellen, dass kundenseitige Geräte zwei oder drei Wochen später ausfallen, wenn ihre Reihe im Rollout kommt. Sicherer ist es, davon auszugehen, dass jedes Assistant-abhängige Gerät in einer Flotte bis Ende September unabhängig gegen Gemini geprüft werden muss, statt sich auf eine einzelne Stichprobe zu verlassen.