Was Google tatsächlich gekauft hat

Am 6. Oktober 2026 verkündeten Google und Constellation Energy einen Vertrag, den Reuters mit 3.590 Megawatt im PJM-Verbund beziffert, dem größten Stromnetz der USA mit rund 67 Millionen Menschen. Die Schlagzeilenzahl fasst zwei verschiedene Verträge zusammen, und nur einer davon bringt zusätzlichen Strom ins Netz.

BausteinLaufzeitLeistungWirkung
Kernkraft-Leistungssteigerung20 Jahre890 MWNeue Leistung an 11 Blöcken in Illinois, Pennsylvania und New Jersey
Energielieferung15 Jahre2.700 MWHält bestehende Constellation-Kraftwerke wirtschaftlich
Summe-3.590 MWRund 25 Prozent sind neue Leistung

Leistungssteigerungen bedeuten neue Turbinen, Dampferzeuger und digitale Leittechnik in Anlagen, die bereits laufen. Die Unternehmen sagen, das schaffe Kapazität ohne die jahrelangen Vorlaufzeiten und Netzanschluss-Engpässe von Neubauten, mit der ersten Steigerung bis 2028 und mehr als 4,3 Milliarden Dollar Investition von Constellation.

Die 2.700 MW sind ein 15-jähriger Energieliefervertrag, der nach Angaben der Unternehmen bestehende Anlagen wirtschaftlich tragfähig hält, ohne Erzeugung vom Netz zu nehmen. Die International Business Times ergänzt, dass er an keine bestimmte Erzeugungsquelle gebunden ist. Das ist eine Umsatzgarantie für laufende Kraftwerke, kein neues Angebot.

Warum PJM-Regeln die Struktur prägten

Die Unternehmen sagen, der Vertrag antworte auf den PJM-Vorschlag "Bring Your Own Power". Laut International Business Times skizzierte der PJM-Verwaltungsrat im Januar einen Rahmen, in dem Großverbraucher neue Erzeugung mitbringen oder bei knappem Netz ein größeres Abschaltrisiko tragen.

Der Vertrag enthält zudem Lastverschiebung und Lastabwurf, mit denen Google in Netzstress nicht kritischen Verbrauch senken kann. Die Mitteilung verknüpft das Abkommen mit dem Ratepayer Protection Pledge des Weißen Hauses und sagt, Google bringe Kapazität ein, ohne Kosten an Privathaushalte weiterzugeben.

Die Struktur ist also die Botschaft: Ein Rechenzentrumskunde bezahlt neue Megawatt und bietet an, die eigene Nachfrage zu flexibilisieren, statt sich in die Schlange für bestehenden Strom einzureihen. Die Quellen beschreiben eine kommerzielle Vereinbarung und nennen keine behördliche Entscheidung dazu.

Nicht nur eine Google-Geschichte

Der Vertrag kommt wenige Tage nach Constellations 20-Jahres-Abkommen mit Amazon, das 190 MW hinzufügt und die Laufzeit von Calvert Cliffs in Maryland verlängert, berichtet World Nuclear News. Am 2. Oktober sagte Oracle zu, Strom aus dem Kraftwerk Point Beach in Wisconsin abzunehmen, und will rund 300 Millionen Dollar steigender Energiekosten auffangen.

Außerhalb der USA zeigt sich ein ähnliches Muster. Derselbe Bericht erwähnt, dass Google mit dem finnischen Versorger Fortum einen langfristigen Vertrag über bis zu 50 Prozent der Leistung des Kraftwerks Loviisa geschlossen hat, der Leistungssteigerungen und Laufzeitverlängerungen bis 2050 stützt.

In jedem Fall finanziert oder garantiert der Käufer Kapazität in bestehenden Kraftwerken, was schneller geht als ein Neubau. Offen bleibt für alle anderen, wie viel gesicherte Leistung noch zu kontrahieren ist, wenn die größten Käufer dasselbe getan haben.

Was andere Betreiber jetzt tun sollten

Wer im PJM-Gebiet ein Rechenzentrum, einen Colocation-Standort oder einen energieintensiven Betrieb führt, sollte annehmen, dass die Regeln weiter Lasten belohnen, die eigene Versorgung mitbringen und abschaltbar sind. Fragen Sie Ihren Versorger oder Vermieter, welche Abschaltbedingungen für Ihren Standort gelten.

Bewerten Sie Ihre Flexibilität. Ein Vertrag, der es erlaubt, im Netznotfall nicht kritische Last zu senken, wie bei Google, ist jetzt ein Verhandlungsvorteil und kein Kostenpunkt. Prüfen Sie auch die Laufzeit jedes Liefervertrags, denn die Google-Bausteine laufen 20 und 15 Jahre.

Außerhalb der USA zeigt der Fortum-Vertrag, dass langfristige, durch Leistungssteigerungen gestützte Lieferverträge keine rein amerikanische Struktur sind. Achten Sie auf die Großlastregeln Ihres eigenen Netzbetreibers, die von PJM abweichen können.

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