Der Button, den Verlage jetzt selbst einbinden können

Google hat einen interaktiven Preferred-Sources-Button veröffentlicht, den Verlage direkt auf ihren eigenen Webseiten einbetten können, wie das Unternehmen in einem Blogbeitrag mitteilte. Bisher musste ein Leser eine Einstellung innerhalb der Google-Suche selbst aufrufen, um eine Seite als bevorzugte Quelle zu markieren; der neue Button sitzt auf der Seite des Verlags, und ein Klick fügt die Seite als Preferred Source hinzu, während der Leser genau dorthin zurückkehrt, wo er war, ohne Umweg über einen Google-Einstellungsbildschirm.

Als Preferred Source ausgewählte Seiten erhalten laut Google eine bessere Platzierung in Top Stories und können in AI Overviews sowie im AI Modus ein entsprechendes Abzeichen tragen. Das Unternehmen erklärte zudem, Nutzer klickten etwa doppelt so häufig auf eine Quelle, sobald sie diese als bevorzugt markiert hätten, wodurch der Button vom passiven Einstellungspunkt zu einem aktiven Traffic-Signal wird, das ein Verlag nun direkt bei seinen eigenen Lesern einfordern kann.

Die Wachstumszahlen und zwei weitere Personalisierungsschritte

Google gab an, dass inzwischen mehr als 600.000 einzigartige Quellen als Preferred Source gewählt wurden, gegenüber mehr als 345.000 im Mai 2026 - ein Sprung, den das Unternehmen in demselben Beitrag hervorhob, über den Search Engine Journal und BusinessToday am 20. beziehungsweise 21. August 2026 berichteten. Die folgende Tabelle stellt die beiden bislang veröffentlichten Werte gegenüber.

ZeitpunktGewählte einzigartige Quellen
Mai 2026Mehr als 345.000
20. August 2026Mehr als 600.000

Parallel zum Button rollen zwei weitere Funktionen aus. In den kommenden Tagen können Nutzer der Google App über das Drei-Punkte-Menü auf einer Discover-Karte Google in eigenen Worten mitteilen, welche Themen oder Links sie mehr oder weniger sehen möchten, etwa umweltfreundliche Ideen für die Küchenrenovierung oder Roadtrip-Videos ohne Camping, wie BusinessToday berichtete, wobei Discover sich diese Wünsche merkt und den Feed entsprechend anpasst. Getrennt davon lässt die Google News App auf Android nun zu, das tägliche Audio-Briefing nach Themen anzupassen, wobei jedes Briefing die Quelle nennt und auf den vollständigen Artikel verlinkt.

Verweistraffic wird teilweise zur Leserentscheidung

Das Bemerkenswerte ist nicht die Funktion selbst, sondern der Mechanismus dahinter. Welcher Verlag welchem Leser angezeigt wird, war bislang eine fast vollständig algorithmische Entscheidung, gesteuert von Rankingsignalen, die ein Verlag beeinflussen, aber nie direkt kontrollieren kann. Ein Preferred-Sources-Button verwandelt einen Teil dieser Entscheidung in etwas, das ein Leser einmal aktiv anklickt und das Google danach wiederholt honoriert, quer über Suche, Discover und News.

Dieser Teil ist längst nicht mehr klein. Sechshunderttausend geclaimte Quellen in rund drei Monaten, nach einem Anstieg von 345.000, sind ein selbst gewähltes Publikumssegment, das sich in echtem Maßstab bildet, und der Effekt verstärkt sich: Sobald ein Leser einen Konkurrenten als bevorzugt markiert, erhält dieser Konkurrent bei genau diesem Leser dauerhaft bevorzugte Sichtbarkeit, eine belastbare Bindung, die ein Ranking allein keiner einzelnen Seite bietet. Ein Verlag, der den Button nie einbindet, bleibt nicht neutral, er überlässt diese Spur, Leser für Leser, jedem Konkurrenten, der um den Klick gebeten hat.

Was in diesem Quartal zu tun ist

Drei Schritte lohnen sich, bevor das Thema im Hintergrundrauschen untergeht. Erstens: prüfen, ob der Preferred-Sources-Button auf der eigenen Seite tatsächlich live und korrekt eingebunden ist, anhand der Search-Central-Dokumentation von Google, statt anzunehmen, ein vorhandenes Abzeichen decke das bereits ab. Zweitens: die Google Search Console auf ein nun verfügbares Preferred-Sources-Signal oder eine entsprechende Auswertung prüfen, denn eine Kennzahl, die existiert, aber nie eingesehen wird, bringt niemandem etwas. Drittens: die Verantwortung dafür bei der Person ansiedeln, die bereits SEO oder Publikumswachstum verantwortet, als festen Punkt für dieses Quartal statt als einmalige technische Aufgabe zum Abhaken.

Das gilt für kleinere europäische Medien genauso wie für große, eher noch mehr, denn Preferred Sources ist bereits Anfang 2026 weltweit in allen Sprachen ausgerollt worden, und eine treue Nischenleserschaft ist genau das Publikum, das einen Preferred-Sources-Button wiederholt anklickt, sobald er ihr vorgelegt wird. Der Button verdient die Behandlung als neuer, eigener Publikumskanal, den man gezielt aufbaut, nicht als Randnotiz, die man überliest.