Drei Chiphersteller sind jetzt Miteigentümer von Mistral
Mistral AI hat am 2. September 2026 eine Series-D-Finanzierungsrunde über 3 Milliarden Euro abgeschlossen und wird nun mit 20 Milliarden Euro bewertet, fast doppelt so viel wie die 11,7 Milliarden Euro vor weniger als einem Jahr. EQTs 5-Milliarden-Euro-Fonds Scaleup Europe, unterstützt von der Europäischen Investitionsbank, führte die Runde an oder war Co-Leader. Samsung investierte bis zu 1 Milliarde Euro, seine bisher größte offengelegte Wette auf ein europäisches KI-Unternehmen, und auch Nvidia stieg ein. ASML, das im September 2025 Mistrals Series-C-Runde über 1,7 Milliarden Euro für einen Anteil von rund 11 Prozent anführte, bleibt an Bord.
Zwei Runden, ein Jahr auseinander
Die beiden Runden zeigen, wie schnell sich Mistrals Investorenkreis von allgemeinem Risikokapital hin zur eigenen Hardware-Lieferkette verschoben hat.
| Runde | Abschluss | Betrag | Bewertung | Lead-Investor |
|---|---|---|---|---|
| Series C | September 2025 | 1,7 Milliarden Euro | 11,7 Milliarden Euro | ASML |
| Series D | 2. September 2026 | 3 Milliarden Euro | 20 Milliarden Euro | EQT Scaleup Europe Fund |
Warum Chiplieferanten als Investoren das Risiko verändern
Ein Chiplieferant, der gleichzeitig Anteile an einem KI-Labor hält, dem er auch verkauft, schafft einen Anreiz, den eine normale Kundenbeziehung nicht hat. Für ein Unternehmen, das auf Mistrals API oder seine regionalen souveränen Cloud-Endpunkte angewiesen ist, ändert das, wer bei der Ausrichtung des Unternehmens mitentscheidet. ASML, Samsung und Nvidia sind Mistrals Lieferanten und jetzt auch seine Anteilseigner, was bedeutet, dass Entscheidungen über Kapazität, Preise und sogar die bevorzugte Platzierung von Servern in bestimmten Regionen teilweise von Unternehmen getroffen werden, die ihr eigenes Halbleitergeschäft schützen müssen. Mistral hat sich als Europas Antwort auf souveräne KI vermarktet, unabhängig von den großen amerikanischen Cloud-Plattformen. Dieser Unabhängigkeitsanspruch lässt sich schwerer aufrechterhalten, wenn ein koreanischer Chiphersteller und ein niederländisches Lithografie-Unternehmen im Boot sitzen.
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