Samsung iteriert nicht mehr, sondern spaltet die Reihe
Auf einer Bühne in London tat Samsung am 22. Juli etwas, das es in acht Generationen des Galaxy Fold nie getan hatte: Es hielt zwei Klapphandys hoch statt eines. Das breite Galaxy Z Fold 8 beginnt bei rund 1.900 Dollar, das höhere Galaxy Z Fold 8 Ultra bei rund 2.100 Dollar, das kleinere Galaxy Z Flip 8 bei rund 1.200 Dollar. Die Vorbestellung startete am selben Tag, und europäische Käufer bestellen in derselben Preisklasse in Euro.
Unterm Strich verfeinert Samsung nicht mehr ein Foldable. Es hat das Produkt in zwei Formen für zwei verschiedene Aufgaben geteilt und darunter keine günstigere Option gesetzt. Diese Entscheidung ist mehr als jedes einzelne Datenblatt die eigentliche Nachricht.
Die breite Form ist die eigentliche Neuigkeit
Das Fold 8 verabschiedet sich vom hohen, schmalen Körper, der sich aufklappt, und ersetzt ihn durch eine passähnliche Form. Sein 5,5-Zoll-Deckdisplay nutzt ein Seitenverhältnis von 1,58:1, näher am alten Pixel Fold als an jedem früheren Galaxy Fold, und Tester berichteten, die breitere Front sei sofort einhändig nutzbar. Das Fold 8 Ultra behält die höhere Bauform und trägt einen 5.000-mAh-Akku, den größten bisher in einem Fold.
Warum das zählt: Der Vorwurf an Foldables war stets, dass sich das geschlossene Gerät falsch in der Hand anfühlt. Samsung räumt das nun ein und baut die Lösung in das Hauptmodell, während das hohe Großflächenformat dem Ultra vorbehalten bleibt. Ein Gerät konnte nicht beide Aufgaben erfüllen, also sind es jetzt zwei.
Die Brille als Fahrplan
Samsung zeigte zudem eine eigene intelligente Datenbrille für den Herbst und nannte bewusst keinen Preis. Bei den Telefonen selbst lag der Fokus auf agentischer KI, die Aufgaben im Hintergrund erledigt, und auf geräteinterner Videobearbeitung für Social Clips, nicht auf einer neuen Chip-Schlagzeile. Der Hardware-Bruch stand neben einem Software-Versprechen darüber, was das Telefon tut, während man nicht hinsieht.
Zusammen gelesen sagen beide Schritte, dass Samsung sich bei der Bauform absichert. Es teilte das Telefon, das es zu verkaufen versteht, und zeigte im selben Atemzug das Gerät, das es vielleicht ablösen soll. Ein Unternehmen, das sich über die nächste Form sicher ist, bringt nicht zwei der aktuellen und deutet eine dritte an.
Was Gerätekäufer wirklich tun sollten
Wer ein Team ausstattet, steht vor einer neuen Entscheidung. Es geht nicht mehr um Foldable oder nicht, sondern um welche Form für welche Rolle: das breite Fold 8 für Menschen, die unterwegs einhändig arbeiten, das Ultra für jene, die die größtmögliche Fläche in der Tasche brauchen. Beide liegen über 1.900 Dollar, und ein günstiges Foldable gibt es weiter nicht, ein Plan des Wartens auf fallende Preise hat also nichts, worauf er warten könnte.
Die ehrliche Lesart ist, dass sich das Foldable als zweistufiges Premium-Werkzeug eingependelt hat, nicht als Massen-Upgrade. Käufer, die die Form der Aufgabe anpassen, ziehen jetzt Nutzen daraus. Käufer, die auf ein billiges Klapphandy warten, warten auf ein Produkt, das Samsung gerade nicht zu bauen beschlossen hat.
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