Ein Handy, drei Stufen, eine Zahl, die zählt

Fairphone hat am 18. August drei Versionen desselben Handys auf die Shop-Seite gestellt: das Basismodell Fairphone 6 für 549 Euro, das Fairphone 6 Plus für 649 Euro mit dem stärkeren Snapdragon 7s Gen 4 und 12GB RAM, sowie die Datenschutz-Edition e/OS by Murena für 699 Euro mit einem von Google entkoppelten Betriebssystem auf derselben Hardware. Der Sprung zwischen Basismodell und Plus ist real, aber im Branchenvergleich moderat: eine Chip-Generation innerhalb derselben 7s-Reihe und 4GB mehr Arbeitsspeicher.

Die Zahl, die diesen Launch tatsächlich von einem gewöhnlichen Android-Release unterscheidet, steht weiter unten auf der Seite: Software-Support bis 2033. Die meisten Hersteller sichern drei bis fünf Jahre Updates zu und äußern sich danach nicht mehr dazu. Fairphone nennt ein konkretes Enddatum, sieben Jahre in der Zukunft, während das Handy noch originalverpackt ist.

Warum ein Reparatur-Datenblatt in die Beschaffungsplanung gehört

Fairphone nennt 12 bis 13 einzeln austauschbare Bauteile und gibt fünf Jahre Hardware-Garantie, beides direkt auf der eigenen Produktseite und nicht über Dritte belegt. Für Privatkäufer heißt das vor allem: ein Sprung im Display oder ein toter Akku beendet nicht das Leben des Geräts. Für ein Unternehmen mit eigener Geräteflotte verändert es eine andere Zahl, nämlich wie oft die IT-Abteilung einen kompletten Ersatzzyklus statt eines Bauteiltauschs einplanen muss.

Ein typischer Firmenhandy-Vertrag rechnet mit einem Wechsel alle zwei bis drei Jahre, seltener wegen Hardware-Defekten als wegen des Punkts, an dem Software-Updates und App-Kompatibilität still auslaufen. Ein Handy mit Update-Zusage bis 2033 nimmt diese Entscheidung nicht ab, verschiebt aber den Zeitpunkt, an dem sie fällig wird, vom festen Dreijahres-Vertragstakt hin zu dem Moment, an dem tatsächlich die Hardware selbst und nicht der Update-Plan aufgibt.

Die Google-Frage ist jetzt ein Häkchen, kein Umweg mehr

Die Edition e/OS by Murena, 50 Euro teurer als das Plus, ist dieselbe Hardware mit einem von Murena gebauten Android-Fork ohne Googles Dienste und Telemetrie. Bisher musste man ein solches System selbst per Custom-ROM auf ein Fairphone aufspielen. Fairphone verkauft diese Konfiguration jetzt als feste Option im Checkout, zum Festpreis, mit denselben Garantiebedingungen wie die Standardmodelle.

Das ist für Privatnutzer weniger relevant als für Organisationen in der EU und in Großbritannien, die ohnehin schon abwägen, wohin die Geräte ihrer Mitarbeiter Daten leiten, besonders Teams, die E-Mail, Speicher oder Kommunikation bereits von US-Cloud-Plattformen weg verlagert haben. Ein reparierbares Handy, das zudem ohne Googles Standard-Datenpfad ausgeliefert wird, streicht ein weiteres Gerät von der Liste, das sonst automatisch auf einen US-Stack setzt.