Was Google am 29. September eingereicht hat

Am 29. September 2026 teilte Google mit, beim Gericht der Europäischen Union Klage gegen zwei Entscheidungen nach dem Digital Markets Act eingereicht zu haben, die die Europäische Kommission am 16. Juli erlassen hatte. Die eine verpflichtet Google, Suchdaten mit konkurrierenden Suchmaschinen zu teilen, die andere, Android für konkurrierende KI-Assistenten zu öffnen.

Googles Argument lautet laut Euronews und Yahoo Finance, Android sei bereits offen für andere Dienste, die Suchdaten-Auflage habe keine ausreichenden Schutzvorkehrungen, keine Kenntnis und keine Einwilligung der Nutzer, und erhöhte Berechtigungen für Apps außerhalb der Prüfung durch den Gerätehersteller gefährdeten die Geräteintegrität. Oliver Bethell, Googles Senior Director für Wettbewerb, sagte, die Entscheidungen schwächten wichtige Sicherheitsvorkehrungen auf Android.

Die Kommission erklärte, sie werde die Entscheidungen verteidigen und die Maßnahmen berücksichtigten Sicherheit und Schutz personenbezogener Daten bereits. Ihre Pressemitteilung vom Juli sagt, Spezifizierungsentscheidungen seien rechtsverbindlich, unterlägen unabhängiger gerichtlicher Kontrolle und enthielten keine Geldbußen, weil sie nicht prüfen, ob der Torwächter die Regeln eingehalten hat.

Was die Android-Auflage tatsächlich verlangt

Die Frage-und-Antwort-Seite der Kommission gliedert die Android-Maßnahmen in vier Themen. Aufruf heißt, einen Assistenten über die Home-Taste oder ein dauerhaft aktives Hotword zu starten, was nicht mehr Google-Diensten vorbehalten sein darf. Kontext heißt Zugriff auf App-Daten auf dem Gerät, auf Sensor- und Bildschirmeingaben und auf proaktive Vorschläge, mit Einwilligung der Nutzer.

Aktionen heißt, dass ein Assistent Aufgaben in anderen Apps ausführen kann, über strukturierte App-Funktionen, Bildschirmautomatisierung und Systemeinstellungen. Ressourcen heißt gleichen Zugang zu Modellen auf dem Gerät und dieselbe Hintergrundausführung, die Googles eigene Apps erhalten. Google muss all das kostenlos bereitstellen, auch auf Android-Geräten anderer Hersteller, mit Dokumentation, Tests und technischer Hilfe, und ohne den Zugang an eine Standardrolle zu knüpfen.

Für fünf sensible Funktionen darf Google objektive Zulassungsbedingungen zu Datenschutz, Sicherheit und Integrität festlegen, wobei unabhängige Dritte bescheinigen, dass eine App sie erfüllt. Die fünf sind Bildschirmautomatisierung, strukturierte Integration auf dem Gerät, Systemintegration, zentraler Zugriff auf App-Daten und kontextbewusste Intelligenz.

Die Termine im Text der Kommission

Die Entscheidungen setzen für beide Auflagen feste Termine, und die Frage-und-Antwort-Seite der Kommission ist die einzige Quelle, die die Android-Schritte vollständig nennt.

TerminWas die Kommission verlangt
Januar 2027Google beginnt, Suchdaten mit berechtigten Anbietern zu teilen
1. Februar 2027Google veröffentlicht Entwurf der Zulassungsbedingungen für die sensiblen Funktionen
1. Mai 2027Endgültige Bedingungen veröffentlicht, Zertifizierungsanträge möglich
Android 18, spätestens 1. August 2027Maßnahmen zur Android-Interoperabilität umgesetzt
Android 19, spätestens 1. August 2028Gleichzeitige Hotword-Erkennung für mehrere Assistenten

Die Pressemitteilung sagt, Nutzer profitierten ab Juli 2027 von den Android-Änderungen, während die Frage-und-Antwort-Seite die Frist an die nächste Hauptversion Android 18 und spätestens an den 1. August 2027 knüpft. Zertifizierungsprüfungen müssen binnen vier Wochen nach Antrag abgeschlossen sein, und Google muss der Kommission in den nächsten zwei Jahren über den Fortschritt berichten.

Keiner der von uns geprüften Berichte sagt, dass die Klagen einen dieser Termine aussetzen. Der Text der Kommission nennt sie weiterhin, also behandeln Sie sie als gültig, bis ein Gericht oder die Kommission etwas anderes sagt.

Was das für App- und Geräteunternehmen bedeutet

Wenn Sie eine Android-App veröffentlichen, wird Ihre App zu etwas, auf das andere Assistenten zugreifen können. Die Kommission sagt, Apps könnten wählen, welche Aufgaben sie anbieten, etwa eine Nachricht senden, eine Notiz anlegen oder einen Termin planen, und Entwickler, deren Apps von Assistenten genutzt werden, gewännen Interaktion und Auffindbarkeit. Entscheiden Sie jetzt, welche Aufgaben Sie anbieten würden, wie Sie sie protokollieren und was ein Nutzer bestätigen muss.

Wenn Sie Android-Geräte herstellen, bleiben Sie laut Kommission frei, anzupassen, Apps vorzuinstallieren, Standards im Ersteinrichtungsablauf zu setzen und Ihre Marke zu pflegen, solange Änderungen die Interoperabilität nicht behindern. Google darf die Umsetzungsarbeit nicht auf Sie abwälzen, und die Sprachaktivierung betrifft nur Geräte, die den nötigen Chip schon haben. Fragen Sie Ihren Google-Kontakt, wie die Zertifizierung für Android 18 Sie erreicht.

Die Kommission beziffert den Anteil von Android unter den Mobilnutzern der EU auf etwa 60 Prozent, weshalb es bei dieser Auflage um Vertrieb statt um Funktionen geht. Schreiben Sie beide Ausgänge in Ihre Planung: Die Termine können halten, oder ein Gericht ändert die Maßnahmen, und die günstige Vorbereitung ist in beiden Fällen dieselbe.

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