Was die CMA konkret vorgeschlagen hat
Am 30. Juni 2026 startete die Competition and Markets Authority Konsultationen zu neuen Verhaltensauflagen für Apple und Google im Rahmen des britischen Digital Markets Competition Regime, nachdem sie drei Untersuchungen zum Strategic Market Status abgeschlossen hatte. Die rechtliche Grundlage wurde früher gelegt: Beide Unternehmen wurden mit Strategic Market Status bei mobilen Plattformen designiert, Google im Oktober 2025, und genau das gibt der Behörde die Macht, jedem Unternehmen massgeschneiderte Regeln aufzuerlegen.
Zwei Vorschläge wiegen für Betreiber am schwersten. Der erste ist eine Steering-Auflage, die britischen App-Entwicklern erlaubt, Kunden zu Zahlungsoptionen ausserhalb des App-Stores zu leiten und so die verpflichtende Provision zu umgehen. Der zweite ist eine mögliche Auflage, Entwicklern Zugang zur iOS-NFC-Funktion zu gewähren, dem Nahfeldfunk hinter kontaktlosen Zahlungen. Die CMA hat Fristen gesetzt: den 21. Juli 2026 für die NFC-Auflage und den 28. Juli 2026 für die Steering-Auflage.
Warum Steering die Rechnung jedes App-Verkaufs verändert
Die Steering-Auflage zielt auf den grössten einzelnen Posten der Mobile-Commerce-Ökonomie: die Plattformprovision. Heute gibt ein Entwickler, der ein Abo oder ein digitales Gut über einen App-Store verkauft, bei jeder Transaktion einen festen Anteil ab. Steering würde ihm erlauben, den Kunden zu einem Off-Platform-Checkout zu leiten, und die CMA hat ausdrücklich erklärt, dass sie eine etwaige Steering-Gebühr niedriger als die heutigen App-Store-Gebühren erwartet.
Für einen Eigentümer, der die Zahlen rechnet, ist das kein Rundungsfehler. Bei einem Produkt mit dünnen Margen kann schon das Verlagern eines Teils des Zahlungsflusses nach aussen mehrere Deckungspunkte pro Verkauf zurückholen. Die strategische Frage ist nicht, ob die Ersparnis existiert, sondern wie viel davon übrig bleibt, wenn man die Reibung eines externen Checkouts, die höhere Fehlerquote bei Zahlungen off-platform und die Support-Kosten eines weniger nahtlosen Flows einrechnet.
NFC-Zugang und der Landraub der Fintechs
Der NFC-Vorschlag ist enger im Umfang, aber potenziell grösser in der Folge. Apple hat iOS-NFC lange für die eigene Wallet reserviert, sodass eine Bank, ein Händler oder ein Fintech keine Tap-to-Pay-Erfahrung bauen konnte, die daran vorbeigeht. Die Öffnung dieser Funktion würde Entwicklern erlauben, kontaktlose Zahlungen, digitale Währungen und digitale Identität direkt aus ihren eigenen Apps zu unterstützen.
Für Finanzdienstleister ist das eine seltene strukturelle Öffnung. Eine Bank, die das Tap auf dem Kundentelefon besitzt, besitzt den Moment der Zahlung, die Datenspur und den Markeneindruck, statt sie von einer Plattform-Wallet zu mieten. Gewinner werden Firmen sein, die bereits eine Lizenz, ein Ledger und einen Grund haben, warum der Kunde an der Kasse zur App greift, nicht jene, die hoffen, NFC-Zugang allein erzeuge Nachfrage.
Der Schritt, den Eigentümer diesen Monat gehen sollten
Die Konsultationsfenster schliessen im Juli, und auch wenn finale Regeln länger brauchen, ist die Stossrichtung nun klar genug, um dagegen zu planen. Behandeln Sie das als Preis- und Produktereignis, nicht als juristische Fussnote. Modellieren Sie Ihre App-Ökonomie in einem Szenario, in dem die Plattformprovision Richtung einer niedrigen Steering-Gebühr fällt, und identifizieren Sie, welche Produkte bei der neuen Abgabe rentabel oder einen Relaunch wert würden.
Eigentümer mit britischem Fussabdruck sollten zudem abwägen, ob sie sich an der Konsultation selbst beteiligen, denn Gebührenhöhe und NFC-Zugangsbedingungen werden noch geformt und eine gut begründete Betreiber-Eingabe hat Gewicht. Die grössere Lektion ist, dass das britische Regime nun bereit ist, auf Ebene einzelner Verhaltensregeln einzugreifen, was bedeutet, dass die Plattformbedingungen, die Ihr Geschäft als feste Infrastruktur behandelt hat, zu einer beweglichen und verhandelbaren Kostenbasis werden.
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