Die größte Series-C-Runde eines europäischen Raumfahrtunternehmens
The Exploration Company (TEC) gab am 8. September 2026 den Abschluss einer Series-C-Runde über 450 Millionen Dollar bekannt - nach eigenen Angaben und denen seiner Investoren die größte Series-C-Runde, die je ein europäisches Raumfahrtunternehmen aufgenommen hat. Bessemer Venture Partners, Atomico und der von EQT verwaltete Scaleup Europe Fund führten die Runde gemeinsam an, Bessemer-Partner Alex Ferrara zieht in den Vorstand von TEC ein; die bestehenden Geldgeber Balderton, Plural, Cherry und Red River West beteiligten sich erneut. Die neue Finanzierung bringt die Gesamtsumme auf rund 680 Millionen Dollar.
TEC wird von Hélène Huby geleitet, einer ehemaligen Airbus- und ArianeGroup-Managerin mit zwei Jahrzehnten Erfahrung, und ist mit Standorten in Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Spanien und Italien tatsächlich paneuropäisch aufgestellt statt ein nationaler Einzelchampion zu sein. Die beiden Programme heißen Nyx, eine wiederverwendbare Orbitalkapsel für Fracht und später Besatzung, und Storm, ein Raketentriebwerk für die Trägerrakete, die Nyx später mit europäischer Hardware in den Orbit bringen soll.
Die Verträge kamen vor dem Kapital
Was diese Runde von den meisten europäischen Deep-Tech-Finanzierungen unterscheidet, ist die Reihenfolge der Ereignisse. TEC gibt an, bereits zehn Nyx-Missionen gebucht und Verträge sowie Zusagen im Wert von über 2 Milliarden Dollar zu halten, mit ESA und NASA als genannten Partnern - noch bevor die Finanzierung abgeschlossen war, die den Bau des Fahrzeugs erst ermöglicht, von dem diese Verträge abhängen. Huby sagt, das nächste Geld sei für eine Startrampe und die Rakete selbst vorgesehen: "Wo wir mehr Geld brauchen, ist der Bau einer Startrampe und der Bau der Rakete selbst."
Diese Reihenfolge ist das eigentliche Signal für jeden europäischen Industrieabnehmer, der über den Zugang zu orbitalem Frachttransport nachdenkt. TEC strebt kurzfristig ein Andocken der Nyx-Kapsel an die Internationale Raumstation mit sicherer Rückkehr bis November 2028 an und tritt damit direkt gegen SpaceX' Dragon-Kapsel an; das deutsche Unternehmen Isar Aerospace hat bereits Europas ersten kommerziellen Orbitalstart absolviert, und der US-Rivale Stoke Space sammelt separat 1 Milliarde Dollar ein. Nichts davon garantiert, dass TEC dort erfolgreich ist, wo die Abhängigkeit von einem einzigen US-Startanbieter seit einem Jahrzehnt der Normalfall war. Aber eine 450-Millionen-Dollar-Runde, die auf gebuchten Umsätzen statt auf einem Pitch-Deck aufbaut, ist das erste Zeichen dafür, dass europäisches Kapital bereit ist, die Hardware für eine Alternative zu finanzieren, bevor diese Alternative vollständig bewiesen ist - relevant für jeden, dessen eigene Lieferkette schon einmal auf den Startplan eines einzigen Unternehmens warten musste.
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