Acht Laptops und ein Steam Deck verschwinden aus drei Hallen

Mindestens acht Laptops und ein Steam Deck verschwanden von Indie-Ständen auf der Gamescom 2026 in Köln, Europas größter Messe für Videospiele. Die Diebstähle ereigneten sich in drei verschiedenen Hallen in den Nächten vom 26. auf den 28. August 2026, während die Aussteller ihre Stände über Nacht unbeaufsichtigt gelassen hatten. GosuGamers berichtete, dass zu den betroffenen Ausstellern Tessera Studios, iam8bit und der Solo-Entwickler Ryan Laley zählten, drei Namen, die zusammen die Bandbreite dessen zeigen, wer auf einer Messe dieser Größe ausstellt, vom Zwei-Personen-Indie-Team über ein verlagsnahes Boutique-Studio bis zu jemandem, der ein einzelnes Spiel ganz allein zeigt.

Einem der betroffenen Entwickler sagte die Polizei laut GosuGamers, er solle mit einem Update zu den Ermittlungen erst in etwa sechs Wochen rechnen, ein Detail, das zeigt, wie wenig Handhabe ein einzelner Aussteller hat, wenn über Nacht in einer Halle dieser Größe eingebrochen wird.

Die erste Reaktion der Veranstalter traf daneben, räumen sie ein

Die Gamescom-Veranstalter äußerten sich innerhalb einer Woche zweimal zu den Diebstählen, und die zweite Stellungnahme korrigierte die erste in einem bestimmten Punkt: dem Ton. Shacknews berichtete, dass die zweite Stellungnahme der Veranstalter, veröffentlicht am 4. September, einräumte, die erste vom 29. August habe "nicht den richtigen Ton" getroffen. Die zweite Stellungnahme kündigte eine eigene Sicherheitsüberprüfung speziell für Indie-Aussteller an, dazu einen Runden Tisch mit den Organisatoren gemeinsam genutzter Ausstellerstände, jener Regelung, unter der viele der kleinsten Studios ihre Spiele auf der Gamescom überhaupt erst zeigen können.

Eine Woche liegt zwischen einer Serie nächtlicher Diebstähle und dem Eingeständnis der Veranstalter, die eigene Kommunikation sei unzureichend gewesen. Der Wechsel von einer allgemeinen Erklärung zu einer gezielt auf Indie-Aussteller ausgerichteten Überprüfung und einem Runden Tisch mit den Betreibern gemeinsamer Stände ist die erste konkrete Verfahrenszusage, die Gamescom seit Bekanntwerden der Diebstähle gemacht hat, statt einer allgemeinen Beteuerung, Sicherheit werde ernst genommen.

CD Projekt RED ersetzte Ausrüstung, die Koelnmesse nicht ersetzte

CD Projekt RED, das Studio hinter Cyberpunk 2077 und The Witcher, ersetzte die gestohlene Ausrüstung eines Betroffenen, nachdem der Gamescom-Veranstalter dies nicht getan hatte. GosuGamers berichtete, dass Koelnmesse, das Unternehmen hinter der Gamescom, bei mindestens einem der betroffenen Aussteller nicht einsprang, um die gestohlene Ausrüstung zu ersetzen, sodass stattdessen ein Mit-Aussteller die Lücke füllte. CD Projekt RED bewegt sich in einer völlig anderen Liga der Messe, ein großer Publisher mit eigenem Stand, eigenem Budget und damit auch eigenen privaten Sicherheitsvorkehrungen, die ein Solo-Entwickler oder ein Drei-Personen-Studio an einem geteilten Tisch nicht aufbringen kann.

Dieser Kontrast, ein Nachbar aus der Branche deckt einen Verlust ab, den der eigene Veranstalter der Messe nicht deckte, ist das Detail, das aus einer Diebstahlgeschichte eine Geschichte darüber macht, wen eine Messe tatsächlich schützt.

Der Diebstahl ist fast eine Fußnote der eigentlichen Geschichte

Der Diebstahl selbst ist fast eine Fußnote gegenüber dem, was Gamescoms Reaktion darüber offenbart, wie eine große Fachmesse Sicherheitsrisiken verteilt. Hallenlayout, Personalstärke und Zugangskontrolle sind allesamt Entscheidungen von Koelnmesse, keine Entscheidungen, bei denen ein einzelner Aussteller mitreden kann, doch die Kosten einer Lücke in einem dieser Bereiche landen zuerst bei jenem Stand, der am wenigsten zu verlieren scheint, wenn er übersehen wird: dem kleinsten. Ein Stand in Publisher-Größe bringt eigene private Sicherheitsleute mit, ganz selbstverständlich, ebenso wie er eigene Möbel und eigenes Catering mitbringt. Ein Solo-Entwickler oder ein Studio mit zwei oder drei Leuten an einem geteilten Tisch hat keine vergleichbare Budgetposition und wird implizit erwartet, sich selbst gegen ein physisches Sicherheitsrisiko abzusichern, das durch die Gestaltung der Messe selbst entstanden ist, nicht durch den Aussteller.

Gamescoms eigene zweite Stellungnahme ist im Grunde ein Eingeständnis genau dieser Lücke: Eine Sicherheitsüberprüfung speziell für Indie-Aussteller wäre nicht nötig, wenn die bestehende Sicherheit der Messe ohnehin jeden Stand unabhängig von seiner Größe gleich abdecken würde.

Was ein kleines Studio vor der Teilnahme fragen sollte

Ein kleines Studio, das erwägt, auf einer großen Fachmesse auszustellen, sollte physische Sicherheit als schriftlich zu klärenden Posten behandeln, nicht als Annahme. Die Lücke zwischen dem, was Gamescom in seiner ersten Stellungnahme sagte, und dem, was es in seiner zweiten einräumte, ist selbst das Argument dafür, vorab genau zu klären, welche Sicherheit ein Veranstaltungsort für eine bestimmte Halle garantiert, wie Personalstärke und Zugangskontrolle über Nacht aussehen und was passiert, wenn trotzdem etwas gestohlen wird. "Die Messe wird sich schon darum kümmern" ist auf keiner Fachmesse eine sichere Annahme, Gamescom eingeschlossen, und dass diesmal ein großer Publisher für einen Betroffenen einsprang, macht die Kulanz eines Nachbarn nicht zu einem Notfallplan für das nächste Studio in der nächsten Halle.

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