Im Preis steckt der Engpass bereits drin
Wer heute bei MediaMarkt oder Saturn nach einem Mittelklasse-Laptop schaut, sieht ein scheinbar normales Preisschild. Das ist es nicht. Die globalen DRAM-Vertragspreise stiegen im ersten Quartal 2026 um geschätzt 90 bis 95 Prozent und legten im zweiten weiter zu, während Speichermodule und SSDs im Einzelhandel noch stärker anzogen. Ein 32-GB-DDR4-Kit, das Ende 2025 für 60 bis 90 Dollar zu haben war, kostete im Januar schon 150 bis 180 Dollar.
Die Hersteller können das nicht still schlucken. Dell, HP, Lenovo, Acer und ASUS haben für ihre 2026er-Reihen 15 bis 20 Prozent höhere Preise angekündigt, und wo der Preis gehalten wird, sinkt stattdessen die Ausstattung. In Deutschland bedeutet das: Dasselbe Geld kauft heute ein Gerät mit weniger Speicher oder kleinerer Platte als vor einem Jahr.
Warum es zählt: KI-Rechenzentren fressen Ihren RAM
Die Ursache liegt eine Branche neben dem Ladentisch. Microsoft, Google, Meta und Amazon kaufen High-Bandwidth-Memory für ihre KI-Beschleuniger in einem Umfang, der den Consumer-Markt winzig aussehen lässt, und die drei Firmen, die fast den gesamten Weltspeicher fertigen, Samsung, SK Hynix und Micron, haben ihre knappe Kapazität auf diese margenstarken Teile gelenkt. Jeder Wafer, der zu einem HBM-Stapel für eine Nvidia-GPU wird, wird nicht zum Modul in einem Mittelklasse-Handy.
Deshalb erreicht die Knappheit überhaupt Consumer-Geräte. Speicher macht rund ein Fünftel der Stückliste eines Mittelklasse-Handys aus und einen spürbaren Anteil jedes Laptops. Verdoppelt sich das Vorprodukt, kann das Endgerät nicht flach bleiben. Das erklärt auch, warum der Druck dauerhaft und nicht saisonal ist: Die Nachfrage, die den Speicher abzieht, ist ein mehrjähriger Ausbau, keine Weihnachtsspitze.
Fazit: Kaufen Sie jetzt den Speicher, nicht später das Gerät
Wenn Sie wissen, dass Sie binnen eines Jahres einen neuen Laptop oder ein neues Handy brauchen, kehrt der Engpass die übliche Warten-und-Sparen-Logik um. Vor Ende 2027 wird frühestens mit Entspannung gerechnet, ein speicherlastiger Kauf, den Sie aufschieben, ist also eine Wette, die Sie wohl verlieren. Kaufen Sie den RAM und den Speicher, den Sie wirklich brauchen, jetzt in einem Kauf, denn Nachrüsten wird pro Gigabyte teurer als seit Jahren.
Dieselbe Rechnung erreicht das Wohnzimmer. Nintendo hat bestätigt, dass die Switch 2 ab 1. September europaweit auf 499,99 Euro steigt, und durchgesickerte Preise deuten auf deutliche Aufschläge bei den nächsten Samsung-Foldables, beides auf den Speichermarkt zurückzuführen. Für einen Haushalt oder einen kleinen Betrieb heißt die disziplinierte Antwort: die speicherabhängigen Geräte 2026 vorziehen und jeden festen Preis als sinkende Kapazität je Wartequartal begreifen.
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