Was hat Athom mit dem Homey Portal genau vorgestellt?
Athom, ein niederländisches Smart-Home-Unternehmen, hat das Homey Portal vorgestellt, eine runde Touchscreen-Steuerung mit einem physischen Drehregler aus Stahl, mit dem sich Licht, Heizung und andere vernetzte Geräte einstellen lassen, ohne eine App zu öffnen. Das Gerät steht ab sofort im Vorverkauf für 249 Euro zur Verfügung, der reguläre Preis steigt nach Ablauf des Vorverkaufszeitraums auf 299 Euro, und Athom zufolge sollen die ersten Einheiten noch vor Ende 2026 ausgeliefert werden. Sowohl AndroidAuthority als auch Hackster.io heben in ihrer Berichterstattung den Drehregler als das entscheidende Merkmal des Portals hervor: eine haptische Bedienung auf Schreibtisch oder Wand, die auf eine konkrete Beschwerde über reine Touchscreen-Bedienfelder im Smart Home antwortet, nämlich dass sich ein Licht per Gefühl schneller dimmen lässt als über einen Schieberegler auf dem Display.
Warum braucht das Portal trotzdem ein weiteres Homey-Produkt im Hintergrund?
Das Homey Portal ist kein eigenständiger Hub, sondern eine Steuerung, die sich mit einem separaten Homey-Backend koppeln muss, um Automatisierungen tatsächlich auszuführen und mit Geräten zu kommunizieren. Athom listet auf der eigenen Produktseite vier Optionen: ein Homey-Cloud-Abonnement, eine Homey-Pro-Box (Modell 2023 oder neuer), das kleinere Homey Pro Mini, oder einen selbst gehosteten Homey-Server, den der Besitzer auf eigener Hardware betreibt. Gerade diese letzte Option lohnt einen zweiten Blick, denn die meisten konkurrierenden Steuerungen, einschließlich der Echo-Hardware von Amazon und der Nest- und Home-Geräte von Google, bieten überhaupt keinen selbst gehosteten Weg an, sondern nur ein Cloud-Konto, das an den Hersteller gebunden ist. Athom zufolge unterstützt das Gesamtsystem, Portal plus jeweiliges Backend, mehr als 70.000 Geräte von über 2.000 Marken und deckt damit die wichtigsten in Europa verkauften Protokolle und Ökosysteme ab.
Ändert das Selbst-Hosting des Backends wirklich, wer das System kontrolliert?
Das Selbst-Hosting des Backends ändert die Bereitstellung, und das ist ein echter Unterschied, auch wenn die Abhängigkeit von Athom dadurch nicht vollständig verschwindet. Ein selbst gehosteter Homey-Server bedeutet, dass die Automatisierungslogik und der Gerätezustand auf Hardware im eigenen Zuhause oder in den eigenen Geschäftsräumen des Besitzers laufen statt auf den Servern eines US-Unternehmens, was wichtig ist, falls sich die Vertragsbedingungen, Preise oder das anhaltende Interesse dieses Unternehmens am EU-Markt jemals ändern sollten. Selbst hostbar ist eine bedeutsame architektonische Entscheidung. Sie verringert die Abhängigkeit von der Cloud eines einzelnen Unternehmens, sie beseitigt aber nicht jede Abhängigkeit von Athoms eigener Software und Firmware, die der selbst gehostete Server weiterhin ausführt und regelmäßig aktualisiert benötigt.
Warum sollte ein Unternehmer in Europa sich dafür überhaupt interessieren?
Weil der Großteil der heute in europäischen Haushalten und Kleinbetrieben verkauften Smart-Home-Hardware ihre Steuerungsebene, und oft auch die Sprach- oder Befehlsverarbeitung, über eine Cloud leitet, die von einem US-Unternehmen betrieben wird, und sich diese Konstellation in diesem Jahrzehnt bereits mehrfach verschoben hat, wenn Anbieter Preise änderten, Hardware abkündigten oder Funktionen zuerst in einigen Märkten ausrollten und in anderen deutlich später. Ein Gerät wie das Homey Portal wird diese Frage nicht im Alleingang klären: Es ist eine einzelne Steuerung eines einzelnen niederländischen Anbieters, die in einem Markt konkurriert, den Amazon und Google weiterhin dominieren. Was es aber tut, ist, den selbst gehosteten Weg zum gleichen Preis von 249 Euro als gleichwertige Option neben den Cloud-Weg zu stellen, statt ihn als Bastler-Umweg zu behandeln, der den Aufbau eines eigenen Hubs von Grund auf erfordert. Für einen Unternehmer, der ohnehin schon darüber nachdenkt, wo die Server eines Anbieters für andere Teile des Geschäfts stehen, ist genau das die Einzelheit, die eine Überlegung wert ist, noch vor dem Drehregler.
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