Die Lücke, die Meta gerade schließt

Meta verteilt ein Software-Update für seine kamerabestückte KI-Brille, damit das Abdecken der Aufnahme-LED die Kamera sofort stoppt, statt die LED nur einmal zu Beginn der Aufnahme zu prüfen.

Die Lücke entstand, weil die Brille nur im Moment des Aufnahmestarts prüfte, ob die LED sichtbar war. War die Aufnahme erst gestartet, konnte ein Träger einen Finger oder ein Stück Klebeband auf die LED legen und ohne sichtbare Warnung für Umstehende weiterfilmen, ein Vorgehen, über das mehrere Medien berichteten, nachdem Nutzer es Ende August 2026 öffentlich vorgeführt hatten.

Meta hat nicht gesagt, wie lange die Lücke bestand, bevor sie entdeckt wurde, und das nun ausgerollte Update prüft die LED durchgehend während der Aufnahme statt nur einmal am Anfang.

Was die Korrektur nicht anfasst

Das Abdecken der LED verbirgt kein Video mehr, aber es hat die Tonaufnahme nie kontrolliert, und das ändert sich auch jetzt nicht.

Die Brille kann während derselben Aufnahme Ton aufzeichnen, unabhängig davon, ob die LED sichtbar ist, und daran ändert dieses Update nichts. Kritiker, die die Korrektur geprüft haben, wiesen zudem darauf hin, dass bereits ein Markt für günstiges Zubehör von Drittanbietern existiert, das gezielt dafür gebaut ist, die Aufnahme-LED zu verdecken oder zu täuschen, ohne eine Erkennung auszulösen, sodass ein entschlossener Nutzer weiterhin einen Weg um den Schutz herum hat, den Meta nicht allein per Software beheben kann.

Metas eigene Reaktion adressierte genau den Umweg, der öffentlich bekannt geworden war, nicht die breitere Kategorie von Wegen, die Anzeige zu umgehen.

Eine Warnleuchte war immer ein dünnes Versprechen

Selbst wenn sie genau wie vorgesehen funktioniert, war die LED für die Person gegenüber nie eine starke Garantie, nicht erst als kaputte.

Eine 2026 veröffentlichte Studie ergab, dass Umstehende kleine LED-Anzeigen an Smart-Brillen häufig gar nicht bemerken, und dass viele, die sie bemerken, nicht wissen, was sie bedeuten, wobei Forscher eine Vorliebe für eine physische Blende gegenüber jedem lichtbasierten Signal feststellten. Für Umstehende in der EU und im Vereinigten Königreich, deren Bild oder Stimme ohne ihr Wissen in der Aufnahme einer anderen Person landet, liegt diese Lücke genau unter der Art von Transparenzfrage, die Datenschutzbehörden historisch beschäftigt hat, auch wenn noch keine Behörde zu dieser konkreten Geräteklasse entschieden hat.

Einen dokumentierten Umweg zu schließen, ist eine echte Verbesserung. Es löst nicht die schwierigere Frage, ob ein kleines Licht je die richtige Art war, einer fremden Person zu sagen, dass sie gefilmt werden könnte.

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