Was die FERC tatsächlich genehmigt hat, und wann

Am 9. Juni 2026 genehmigte die Federal Energy Regulatory Commission den Vorschlag von PJM Interconnection für ein Expedited Interconnection Track - ein eigenständiges Verfahren, das über PJMs bestehende Netzanschluss-Warteschlange gelegt wird, statt sie zu ersetzen. Die Regel trat am 31. Juli 2026 in Kraft, als PJM begann, Anträge entgegenzunehmen, und die FERC baute eine feste Grenze ein: Der EIT endet Ende 2027 und ist damit ausdrücklich eine befristete Brücke, keine daürhafte zweite Warteschlange.

Die eigene Einordnung der FERC war eng und konkret gefasst. Die Behörde erklärte, der EIT werde 'PJMs kurzfristigen Ressourcenangemessenheitsbedarf adressieren helfen, indem ein separates, zeitlich begrenztes, beschleunigtes Netzanschlussverfahren für eine begrenzte Anzahl von Ressourcen geschaffen wird, die kurzfristig erhebliche Kapazität ins System bringen können' - eine Formulierung, die das gesamte Programm an PJMs aktüllen Kapazitätsengpass bindet und nicht an ein umfassenderes Reformvorhaben für die Warteschlange.

Das eigentliche Tor ist ein Gouverneursbüro, keine technische Bewertung

Die Zulassung zum EIT erfordert drei Dinge: eine neü oder erweiterte Kapazitätsressource von mindestens 250 Megawatt gesicherter Leistung, die Fähigkeit, innerhalb von drei Jahren den kommerziellen Betrieb aufzunehmen, und - das Kriterium, das diesen Weg von der gewöhnlichen Netzanschlussprüfung unterscheidet - eine formelle Zusage der primären staatlichen Genehmigungsbehörde, die Projektentwicklung zu beschleunigen. FERC-Kommissar David Rosner machte die politische Dimension in der Anordnung ausdrücklich deutlich und stellte fest, dass 'die Genehmigungshoheit der Bundesstaaten über Erzeugung und Übertragung offentliche Regulierungsbehörden, Gouverneursbüros und Landesparlamente zu notwendigen Partnern' im Verfahren macht.

Diese eine Anforderung bedeutet, dass der technische Wert oder Netznutzen eines Projekts allein nicht ausreicht, um sich zu qualifizieren. Ein Entwickler braucht eine aktive, funktionierende Beziehung zu einem Gouverneursbüro oder einer staatlichen Regulierungsbehörde, die bereit ist, eine beschleunigte Behandlung formell zu unterstützen - eine Fähigkeit, die historisch bei Government-Affairs-Teams lag, nicht bei Netzanschlussingenieuren, und die nun direkt auf dem kritischen Pfad zu einer schnelleren PJM-Netzanschlussvereinbarung liegt.

Zehn Plätze pro Jahr gegen einen Rückstau von 220 Gigawatt

PJMs reguläre Netzanschluss-Warteschlange umfasst derzeit rund 220 Gigawatt an Erzeugungsanträgen, dazu kommt eine separate Reliability Resource Initiative, die bereits rund 8.000 Megawatt an zugesagter Kapazität angezogen hat. Vor diesem Hintergrund ist die Obergrenze des EIT von 10 Netzanschlussanträgen pro Jahr, laufend bearbeitet bis das Jahreslimit erreicht ist, bewusst ein enges Tor - PJMs eigenes Ziel liegt bei rund 10 Monaten von einem akzeptierten EIT-Antrag bis zu einer unterschriebenen Netzanschlussvereinbarung, gegenüber ein bis zwei Jahren in der Standard-Warteschlange, die laut PJM für alle nicht ausgewählten Antragsteller im normalen Zeitrahmen weiterläuft.

Laut einer Analyse von ClearView Energy Partners könnte PJM die erste Gruppe von bis zu 10 ausgewählten EIT-Projekten um Oktober 2026 bekannt geben, rund zwei Monate vor PJMs Kapazitätsauktion für das Lieferjahr 2029/30. Dieses Timing bedeutet, dass die Kapazitätszusagen der schnellspurbevorzugten Gruppe für den Markt sichtbar werden und in die Angebotserwartungen einfließen, noch bevor diese Auktion abgeschlossen ist - ein Timing-Vorteil für frühe EIT-Teilnehmer, den spätere Jahrgänge angesichts des Programmendes 2027 möglicherweise nicht mehr wiederholen können.

Was ein Betreiber mit einem festsitzenden PJM-Antrag jetzt tun sollte

Für jeden Betreiber oder Entwickler mit einem Projekt in PJMs regulärer Warteschlange, das die Schwellenwerte von 250 Megawatt und drei Jahren bis zur Betriebsbereitschaft erfüllt, ist die nächste Aktion keine technische Prüfung, sondern ein Gespräch mit der zuständigen staatlichen Genehmigungsbehörde darüber, ob dieser Bundesstaat bereit ist, die vom EIT geforderte formelle Beschleunigungszusage abzugeben - denn PJM nimmt jetzt laufend Anträge entgegen, und die Jahresobergrenze von 10 macht eine frühe Antragstellung wesentlich wertvoller als einen technisch stärkeren, aber späteren Antrag.

Für Beobachter in der EU und im Vereinigten Königreich reicht die strukturelle Lehre über PJM hinaus: Wenn ein Netzbetreiber eine formelle Schnellspur einrichtet, die an die Unterstützung durch eine staatliche oder nationale Regierung gebunden ist und nicht rein an technische Kriterien, wird Kapazitätsplanung untrennbar von Public-Affairs-Strategie - und jeder Betreiber, der den Netzanschluss als rein technischen Vorgang behandelt, riskiert, einen knappen Schnellspur-Platz an einen Wettbewerber zu verlieren, der ihn stattdessen als Beziehungsfrage behandelt hat.