Der Deal, der gerade abgeschlossen wurde

Am 23. Juli 2026 gab die Europäische Kommission die vom Public Investment Fund geführte Übernahme von Electronic Arts im Rahmen der EU-Fusionskontrollverordnung frei. Die Prüfung der Kommission ergab keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken, da PIF als Finanzinvestor auftrat und nicht als rivalisierender Spieleverlag in den Markt eintrat.

Die Übernahme im Wert von 55 Milliarden US-Dollar wurde am 4. August 2026 abgeschlossen und ist damit die größte fremdfinanzierte Übernahme der Geschichte. Electronic Arts wurde von der Nasdaq genommen und beendete damit eine Notierung, die 1989 mit dem Börsengang begonnen hatte - nach fast vier Jahrzehnten ist das Unternehmen wieder privat.

Wem EA jetzt gehört

Nach dem Abschluss hält der saudische Staatsfonds Public Investment Fund rund 93,4 Prozent an Electronic Arts. Silver Lake, die auf Technologie spezialisierte Private-Equity-Firma, die den Deal mitführte, hält etwa 5,5 Prozent, und Affinity Partners, die Investmentfirma von Jared Kushner, hält etwa 1,1 Prozent.

Den Vorsitz des PIF führt Kronprinz Mohammed bin Salman, und die wachsenden Beteiligungen des Fonds an westlichen Unterhaltungs- und Spielefirmen stehen in der Kritik. Human Rights Watch und andere Organisationen sprechen in diesem Zusammenhang von 'Culture-Washing' oder 'Sportswashing' - eine Debatte, die neben dem Deal steht, ohne dessen finanzielle Mechanik zu verändern.

Die Schulden, die das Unternehmen jetzt trägt

Die Übernahme wurde mit Fremdkapital finanziert, und Electronic Arts trägt dadurch nun rund 18 Milliarden US-Dollar an Nettoschulden. Die geschätzten jährlichen Zinszahlungen auf diese Schulden belaufen sich auf etwa 1,8 Milliarden US-Dollar.

Diese Zinslast übersteigt das eigene jährliche EBITDA von EA, das auf rund 1,5 Milliarden US-Dollar geschätzt wird. Ein Unternehmen kann Zinszahlungen, die höher sind als sein Ergebnis, nicht dauerhaft allein aus dem laufenden Cashflow bedienen - genau diese Rechnung steht hinter allem, was EA seinen Kreditgebern seit März mitgeteilt hat.

Der 700-Millionen-Plan und die Kürzungen, die zuerst kamen

EA hat Banken und Fremdkapitalgebern mitgeteilt, jährlich 700 Millionen US-Dollar an Kosten einzusparen - eine Zahl, die erstmals im März 2026 zur Finanzierung des Deals vorgelegt wurde. Davon entfallen 170 Millionen US-Dollar auf sogenannte 'organisatorische Effizienzsteigerungen', ein Begriff, den Bloomberg-Reporter Jason Schreier und andere als Euphemismus für Stellenabbau lesen, auch wenn EA weder eine konkrete Zahl an Stellen noch einen Zeitplan oder eine Liste betroffener Studios bestätigt hat.

Die Kürzungen warteten nicht auf den Abschluss des Deals. EA baute 2026 bereits dreimal vor dem 4. August Personal ab, darunter mehr als 300 Stellen bei Respawn Entertainment sowie Kürzungen entlang der Battlefield-Entwicklungspipeline bei DICE, Criterion, Ripple Effect und Motive sowie bei Full Circle, dem Studio hinter dem Skate-Reboot.

Was das für Beobachter von außen bedeutet

Die Freigabe der Europäischen Kommission war in einem Punkt eindeutig: Dieser Deal warf keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken auf. Worüber die Kommission nicht zu entscheiden hatte, weil es nicht ihre Aufgabe war, war die Schuldendienstfähigkeit - und genau die hat sich als das eigentliche Risiko dieser Transaktion erwiesen. 1,8 Milliarden US-Dollar Zinsen pro Jahr gegen ein EBITDA von 1,5 Milliarden US-Dollar ist eine Rechnung, die ohne Kürzungen nicht aufgeht, und der Markt kennt diese Rechnung, seit die Finanzierung im März erstmals vorgestellt wurde.

Für einen Unternehmer, der eine fremdfinanzierte Übernahme von außen betrachtet, geht es nicht speziell um EA. Es geht darum, was eine schuldenfinanzierte Privatisierung tatsächlich kostet, sobald die Finanzierung aus dem eigenen Cashflow des übernommenen Unternehmens bedient werden muss und nicht aus der Bilanz des Käufers: Die Studios in EAs Pipeline trugen drei Runden von Kürzungen, noch bevor der erste Tag der privaten Eigentümerschaft begann. Wer von einem Anbieter übernommen wird, mit ihm zusammenarbeitet oder von ihm abhängig ist und gerade eine solche Struktur durchlaufen hat oder durchlaufen könnte, sollte die Zins-EBITDA-Rechnung lesen, bevor er die Pressemitteilung liest.