Ein Deal, der überall durchging außer in Europa

Electronic Arts war 36 Jahre lang börsennotiert, bevor die Aktionäre am 22. Dezember 2025 für die Übernahme von der Börse in einem 55 Milliarden Dollar schweren All-Cash-Deal stimmten, dem größten Leveraged Buyout, der je verzeichnet wurde. Die Käufer sind ein Konsortium unter Führung des Public Investment Fund Saudi-Arabiens, gemeinsam mit Silver Lake und Affinity Partners. In den Vereinigten Staaten wurde die Hart-Scott-Rodino-Kartellfreigabe im Juni 2026 erteilt und beseitigte die größte heimische Hürde, während eine gesonderte nationale Sicherheitsprüfung durch CFIUS bis zum 28. September 2026 läuft.

Damit bleibt Europa als letzte offene Entscheidung. Die Europäische Kommission eröffnete das Verfahren im Juli 2026, gab Beteiligten ab dem 1. Juli zehn Tage zur Stellungnahme und setzte eine vorläufige Fusionsfrist zum 22. Juli, mit einer parallelen Prüfung nach der Verordnung über drittstaatliche Subventionen bis Ende Juli. Phase eins kann den Deal direkt freigeben oder in eine tiefere Phase zwei eskalieren. Der Hersteller von EA Sports FC und Battlefield, mit Studios in ganz Europa, wartet nun mehr auf Brüssel als auf jede andere Behörde.

Warum die Subventionsverordnung der eigentliche Test ist

Das entscheidende Instrument ist hier nicht das klassische Fusionsregelwerk, sondern die Verordnung über drittstaatliche Subventionen, die die EU seit 2023 anwendet, um Nicht-EU-Staatsgeld daran zu hindern, den Binnenmarkt zu verzerren. Sie erlaubt der Kommission zu prüfen, ob die finanzielle Unterstützung einer ausländischen Regierung einem Bieter einen unfairen Vorteil verschafft, wenn er ein europäisches Unternehmen kauft oder eine öffentliche Ausschreibung gewinnt. Ein von einem Staatsfonds getragener Buyout ist genau das Fallmuster, für das die FSR geschrieben wurde, und ein Games-Verlag von EAs Größe macht dies zu ihrem bislang sichtbarsten Test.

Der nicht offensichtliche Punkt für Eigentümer, gerade im Mittelstand: Die FSR ist ein zweites, unabhängiges Tor neben der Wettbewerbsprüfung, das eine andere Frage stellt. Das klassische Kartellrecht fragt, ob ein Deal den Wettbewerb schädigt; die FSR fragt, ob das Geld dahinter verzerrende Staatshilfe ist. Eine Transaktion kann beim Ersten sauber sein und beim Zweiten dennoch geprüft werden, weshalb ein staatlich verbundener Geldgeber das europäische Risikoprofil jedes Deals verändert, nicht nur dieses einen. Wer den deutschen Games-Markt kennt, denkt hier auch an die USK und die kulturelle Verankerung der Branche.

Was ein staatlich gestützter Käufer für Ihren Zeitplan bedeutet

Staatsfonds-Kapital ist in Technologie und Games reichlich vorhanden geworden, von Studio-Beteiligungen bis zu vollständigen Übernahmen, und es ist oft das günstigste und geduldigste Geld am Tisch. Der Haken ist regulatorischer, nicht finanzieller Natur. Ist der Geldgeber ein Staatsfonds, kann Europa eine Prüfung anwenden, die ein rein privates Konsortium nie auslösen würde, und zwar nachdem die Aktionäre und die heimische Kartellbehörde bereits zugestimmt haben. Das macht Abschlusssicherheit zu einem beweglichen Ziel, gemessen in Brüssel, nicht im Sitzungssaal.

Für einen Eigentümer, der einen Verkauf, eine Partnerschaft oder eine Finanzierungsrunde abwägt, lautet die praktische Regel, die Herkunft des Käuferkapitals als eigenständigen Due-Diligence-Punkt zu behandeln. Ist das Geld staatlich verbunden und berührt das Geschäft die EU, planen Sie eine FSR-Prüfung in den Zeitplan ein, bepreisen Sie die Verzögerung in Rücktrittsklauseln und nehmen Sie nicht an, dass eine US- oder Aktionärsfreigabe die Sache erledigt. Der EA-Fall zeichnet die Landkarte, an der jeder große staatlich gestützte europäische Deal von nun an gelesen wird.