Ein Modder findet die Datei, die Nvidia noch nicht ausgeliefert hat

NBA 2K27 startete am 26. August 2026 in den Early Access auf dem PC, und der Installationsordner enthielt eine Datei, die so schnell niemand erwartet hatte: nvngx_dlssnr.dll, eine 158 MB große Bibliothek, die Windows als NVIDIA DLSSNR Version 310.8.0.0 identifiziert. Der Modder Renan Maniero entdeckte sie zuerst und veröffentlichte den Fund noch am selben Tag.

Die Datei passt zur DLSS-NR-Benennung, die Nvidias eigener GeForce-Treiber 610.47 bereits im Mai still als versteckte Profile-Inspector-Einträge hinzugefügt hatte, Monate bevor irgendein Spiel eine Möglichkeit bot, sie zu nutzen. NBA 2K27 selbst bietet keine DLSS-5- oder Neural-Rendering-Einstellung, und Nvidia hat das Basketballspiel nicht als DLSS-5-Titel gelistet, die DLL scheint also eher versehentlich als geplante Enthüllung mitgeliefert worden zu sein.

Nvidia kündigte DLSS 5 erstmals im März 2026 an und nannte es den größten Grafik-Durchbruch seit Echtzeit-Raytracing im Jahr 2018, und gab Entwicklern bei der SIGGRAPH 2026 ein umfassenderes technisches Bild: drei getrennte neuronale Modelle, Model A, B und C genannt, die ein Studio einzelnen Szenen, Figuren oder Objekten zuweisen kann, statt sie einheitlich auf ein ganzes Spiel anzuwenden.

Die Leistungskosten, die Nvidia nicht veröffentlicht hat

Da NBA 2K27 die Funktion nicht freischaltet, kopierten Modder die geleakte DLL in Control, ein Spiel aus dem Jahr 2019, und schalteten funktionierende Neural-Rendering-Regler frei, dieselben Regler für Intensität, Stil und automatische Hautmaskierung, die Nvidia bereits als konfigurierbar beschrieben hatte. Der Test lieferte die ersten echten Zahlen, die jemand außerhalb von Nvidia gemessen hat.

GPU4K fps, DLSS aus4K fps, geleaktes Neural Rendering an
RTX 5070 Ti7135
RTX 50909150

Bei 4K in Control fiel eine RTX 5070 Ti bei aktiviertem Neural Rendering von 71 auf 35 Bilder pro Sekunde, eine RTX 5090 von 91 auf 50, ein Einbruch von 45 bis 51 Prozent auf Nvidias eigenen neuesten Karten. Tester berichteten zudem von sichtbaren Veränderungen über die Bildrate hinaus: tiefere Schatten, veränderte Hautschattierung und lebensechtere Augen, wobei Gesichter als dramatisch verändert beschrieben wurden, ihre ursprüngliche Struktur aber behielten. Nichts davon ist ein fertiges Produkt. Der Build ist unoptimiert, niemand hat die genauen Einstellungen oder die Renderauflösung offengelegt, und Nvidia bleiben bis zum geplanten Starttermin noch Monate, um die Zahlen zu verändern.

Eine Hardwaregrenze im Gewand eines Software-Features

Zwei Details im Leak weisen über einen einzelnen Benchmark hinaus. Erstens reagiert die DLL in aktuellen Tests nur auf Karten der RTX-50-Serie (Blackwell), ohne bestätigten Weg für die RTX-40-Serie, die Nvidia seit Ende 2022 verkauft; Nvidia hat dies nicht als endgültig bestätigt, doch nichts im Leak deutet auf das Gegenteil hin. Zweitens ist die Datei selbst kein cleverer Upscaler im alten DLSS-Sinn, sondern ein 158 MB großes lokales generatives Modell, dreimal so schwer wie eine DLSS-4-Bibliothek, weil es Beleuchtung und Gesichter neu zeichnet, statt Pixel aus bestehenden Frames zu rekonstruieren.

Nimmt man beide Fakten zusammen, liest sich DLSS 5 weniger wie ein Treiber-Update und mehr wie eine Hardwaregrenze, die eine volle Produktgeneration zu früh gezogen wird: Wer eine RTX-40-Karte in den letzten zwei bis drei Jahren zum vollen Preis gekauft hat, bekommt bei keiner Einstellung einen Upgrade-Pfad zu diesem Feature. Ein deutscher Käufer, der in diesem Herbst ein Upgrade erwägt, sollte entsprechend kalkulieren. Eine RTX 5070 Ti kostet derzeit etwa 900 bis 1.100 Euro im Handel, eine RTX 5090 ab etwa 3.500 Euro, und ein unfertiger Build hat bei beiden bereits einen Bildratenverlust von 45 bis 51 Prozent bei 4K gemessen. Solange Nvidia keine eigenen Zahlen auf optimierter, ausgelieferter Hardware veröffentlicht, sollte der Starttermin Herbst 2026 als Marketingziel gelten, nicht als bestätigter Benchmark.

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