Was auf den Markt kam, und was es kostet

Samsung stellte das Galaxy Z Fold8 Ultra, das Z Fold8, das Z Flip8, die Watch Ultra2 und die Watch9 am 6. August 2026 vor, mit Verkaufsstart am Tag danach, dem 7. August, in 106 Märkten über Netzbetreiber, Händler, Samsung.com und die Samsung Experience Stores. Samsung erklärt, die Vorbestellungen der neuen Reihe lägen mehr als 30 Prozent über der Vorgängergeneration, hat aber keine absoluten Stückzahlen veröffentlicht.

Basispreise in Europa und Großbritannien: das Z Fold8 Ultra für 2.199 Euro / 1.899 Pfund (256GB), das Z Fold8 für 1.999 Euro / 1.699 Pfund (256GB), das Z Flip8 für 1.299 Euro / 1.149 Pfund (256GB), die Watch Ultra2 für 749 Euro / 649 Pfund und die Watch9 für 409 Euro / 349 Pfund beim 40mm-Bluetooth-Modell. Beide Uhren kosten mehr als ihre Vorgänger: Die Ultra2 legt gegenüber der ersten Watch Ultra um 50 Euro zu, die Watch9 gegenüber der Watch8 um rund 30 Euro.

Der leise Tausch in beiden Uhren

Das Detail, das Samsungs eigenes Pressematerial fast beiläufig bestätigt, ist der Prozessor. Sowohl die Watch Ultra2 als auch die Standard-Watch9 laufen mit der Snapdragon-Wear-Elite-Plattform, einem Chip, den Samsungs eigenes Newsroom selbst als Produkt von Qualcomm Technologies ausweist. Samsung hat dieses Jahr keinen einzigen Exynos-Prozessor mehr in eine Galaxy Watch verbaut - ein Novum für die Baureihe.

GSMArenas Berichterstattung über die Leaks vor dem Launch brachte es unverblümt auf den Punkt: Samsung verabschiedet sich von den eigenen Exynos-Chips zugunsten von Snapdragon-Wear-Elite-Silizium, das Qualcomm im 3-nm-Verfahren fertigt. Die Korea Times ging noch weiter und bestätigte Samsungs eigene Darstellung, wonach sich die Partnerschaft mit Qualcomm 'auf smarte Wearables ausweitet' und dies das erste Mal ist, dass Snapdragon Wear Elite eine Galaxy-Uhr antreibt.

Warum Samsungs eigenes Chip-Team den Anschluss verlor

Der bisherige Uhren-Chip, der Exynos W1000, kam 2024 auf den Markt und trieb Watch7, die erste Watch Ultra und Watch8 an. Samsungs Chipsparte kündigte nie einen Nachfolger an. Qualcomm stellte den Snapdragon Wear Elite im März 2026 mit einer eigenen neuronalen Recheneinheit für KI direkt auf dem Gerät vor, und Samsungs Mobile-Experience-Sparte wählte ihn gezielt aus, um die Gesundheits- und Outdoor-Funktionen zu unterstützen, die für die diesjährigen Uhren geplant waren.

Das ist eine Fähigkeitslücke, keine Kostenentscheidung. Samsungs eigener Co-CEO beschrieb die künftige Linie als Wahl der 'Technologie, die den Bedürfnissen jedes Geräts am besten entspricht', statt Exynos aus Prinzip zu verteidigen. Es ist dieselbe Logik, die Exynos bereits bei einem wachsenden Anteil der Galaxy-Handys außerhalb von Samsungs Heimatmarkt verdrängt hat.

Was die Abhängigkeit von einem Chip-Lieferanten kostet

Samsung gehört zu den wenigen Unternehmen weltweit, die eigene Prozessoren, eigenen Speicher, eigene Displays und über Samsung Foundry auch Chips für andere Firmen bauen. Diese vertikale Integration soll eigentlich der Vorteil sein: Kontrolle über Kosten, Timing und Lieferketten, die ein reiner Handy- oder Uhren-Konkurrent nicht hat. Dieser Launch zeigt die Grenze davon. Als Samsungs eigener Silizium-Fahrplan hinter dem zurückblieb, was die Uhren-Kategorie brauchte, ging der Konzern zu Qualcomm - demselben Unternehmen, das bereits einen Großteil seiner Handy-Chips liefert.

Für Unternehmen in der EU oder in Großbritannien, die Wearables für Außendienst, Gesundheitswesen oder Logistik spezifizieren oder schlicht eine Geräteflotte aus Support- und Beschaffungsgründen auf einen Anbieter standardisieren, zählt das über das Datenblatt hinaus. Hinter beiden mobilen Hardware-Linien von Samsung steht nun ein einziger externer Chip-Lieferant, was das Lieferrisiko bündelt, das Timing neuer Funktionen an Qualcomms eigenen Veröffentlichungstakt statt an Samsungs koppelt und Bauteilkosten hinzufügt, die keines der beiden Unternehmen dauerhaft tragen wird. Die Lehre gilt selbst dann, wenn man gar keine Samsung-Hardware kauft: Vertikale Integration auf Markenebene ist nicht dasselbe wie Unabhängigkeit auf Chip-Ebene - und es lohnt sich, jeden Hardware-Anbieter zu fragen, welche Teile des Geräts wirklich aus eigener Fertigung stammen.