Die dritte Entlassungsrunde seit 2024

Supermassive Games, das britische Studio hinter The Dark Pictures Anthology, Until Dawn, Little Nightmares III und Directive 8020, leitete am 11. August 2026 ein Konsultationsverfahren ein, das nach eigenen Angaben zum Verlust von bis zu 75 Stellen führen wird. Das Studio bezeichnete den Schritt als notwendig, um die Nachhaltigkeit des Unternehmens zu sichern, und erklärte, die Priorität im gesamten Prozess liege auf der Unterstützung der Betroffenen.

GameDeveloper, das zuerst über das Verfahren berichtete, sowie unter anderem Engadget, GameInformer und Gematsu bestätigten, dass es sich um die dritte Entlassungsrunde von Supermassive in weniger als drei Jahren handelt. Das Studio strich im Februar 2024 rund 90 Stellen und im Juli 2025 etwa 36 weitere - eine Runde, die mit der Verschiebung von Directive 8020 vom ursprünglich geplanten Oktober 2025 auf 2026 zusammenfiel.

Die Rechnung, die bisher niemand aufgemacht hat

Addiert man die drei Runden, ist die Zahl deutlich: rund 90 im Jahr 2024, 36 im Jahr 2025 und bis zu 75 jetzt ergeben zusammen fast 200 gestrichene Stellen innerhalb von dreißig Monaten. Engadget und GameInformer berichteten übereinstimmend, dass Supermassive Ende 2025 172 Beschäftigte zählte - weniger, als das Studio im selben Zeitraum kumuliert abgebaut hat.

Dieser Vergleich wurde bislang in keinem einzelnen Bericht gezogen, verändert aber, was die Geschichte bedeutet. Ein Studio, das ein einziges schlechtes Jahr korrigiert, sieht anders aus als eines, dessen summierte Entlassungen inzwischen die Größe der aktuellen Belegschaft übersteigen; das zweite Muster liest sich wie eine Kostenbasis, die dreimal in Folge eine Notkorrektur brauchte, nicht wie eine einmalige Marktanpassung.

Der Start von Directive 8020 hat das Muster nicht durchbrochen

Directive 8020: A Dark Pictures Game erschien am 12. Mai 2026 für PlayStation 5, Xbox Series und PC, nachdem die Verschiebung im Juli 2025 den Titel vom ursprünglichen Oktobertermin 2025 verdrängt hatte. Der Empfang war eher verhalten als ein durchschlagender Erfolg: 72 Metacritic-Punkte für Directive 8020, 71 für Little Nightmares III und 68 für The Casting of Frank Stone, die drei jüngsten Veröffentlichungen von Supermassive.

Ex-Geschäftsführer Robert Henrysson verließ das Unternehmen im Juni 2026, wenige Wochen nach dem Start von Directive 8020. Das dritte Konsultationsverfahren begann rund zwei Monate nach seinem Abgang - die Abfolge bei Supermassive im vergangenen Jahr lautete also erscheinen, Geschäftsführer verlieren, erneut Personal abbauen, nicht erscheinen, stabilisieren, wachsen.

Die Franchise, die Supermassive nicht mehr selbst steuert

GameInformer berichtete, dass Until Dawn 2 von Sonys eigenem Studio Firesprite entwickelt wird, nicht von Supermassive, und dass auch das Until-Dawn-Remake von 2024 von einem anderen Studio stammt. Supermassive hat das ursprüngliche Until Dawn entwickelt und sich damit einen Namen gemacht, doch sowohl die Fortsetzung als auch das Remake seines bekanntesten Spiels liegen inzwischen bei anderen Entwicklern.

Damit baut Supermassive seine Zukunft auf neueren, kommerziell unbewiesenen Marken auf - Directive 8020, Little Nightmares III, The Casting of Frank Stone -, ohne das Polster eines etablierten Hits im eigenen Haus. Das ist eine schmalere Basis, um einen schlechten Kritikerzyklus oder ein schwaches Verkaufsquartal abzufedern, ausgerechnet in dem Moment, in dem dem Studio weniger Personal bleibt, um den nächsten Titel zu bauen.

Was wiederholte Kürzungen Entwicklern bei der Bewertung eines Studios sagen

Für Entwickler oder Auftragnehmer, die ein britisches Studio einschätzen wollen, sagt ein erschienener Titel nur, dass ein Projekt fertig wurde - nicht, dass die Belegschaft des Arbeitgebers das folgende Jahr übersteht. Die eigene Bilanz von Supermassive - eine Entlassungsrunde 2024, 2025 und 2026 gleichermaßen - ist ein klareres, nachprüfbares Maß für Stabilität als die Kritikerwertung eines einzelnen Spiels, und sie zeigt bei jeder Prüfung in dieselbe Richtung.

GameInformer merkte an, dass die Kürzung neben separaten Entlassungen 2026 bei Battlefield Studios, Bungie und Microsofts Gaming-Sparte steht - Teil eines breiteren Musters von Studios, die Spiele veröffentlichen und dabei trotzdem schneller Personal abbauen, als diese Spiele die Kostenbasis decken können. Die drei Runden von Supermassive bestätigen diese Rechnung lediglich im Maßstab eines einzelnen britischen Studios, und das wiederholt statt einmalig.