Der Wechsel an der Spitze, in Zahlen
CBREs Bericht Scoring Tech Talent 2026 zählte 394.300 Tech-Beschäftigte im Großraum New York für 2025, gegenüber 375.730 in der San Francisco Bay Area, erstmals in der 13-jährigen Geschichte des Berichts liegt New York bei der reinen Kopfzahl vorn. Colin Yasukochi, Executive Director von CBREs Tech Insights Center, benennt den Grund klar: Stellenabbau in der Bay Area hat die dortige Tech-Belegschaft schrumpfen lassen, während New Yorks Finanzsektor kräftig in allgemeine Tech-Rollen wie auch in KI-Stellen eingestellt hat.
Die beiden Märkte entwickelten sich seit 2022 gegenläufig. New York gewann 30.640 Tech-Jobs hinzu, ein Plus von 8,4 Prozent, während die Tech-Belegschaft der Bay Area im selben Zeitraum um rund 6 Prozent schrumpfte, da angekündigte Stellenstreichungen den Markt prägten. Die dahinterliegenden Branchen unterscheiden sich deutlich: 61 Prozent der Tech-Beschäftigten San Franciscos arbeiten direkt in der Tech-Branche selbst, gegenüber 34 Prozent in New York, wo weitere 21 Prozent bei Finanz-, Versicherungs- und Immobilienfirmen arbeiten, die Technologen, KI-Spezialisten eingeschlossen, in die eigene Belegschaft aufgenommen haben.
| Kennzahl | New York Metro | San Francisco Bay Area |
|---|---|---|
| Tech-Belegschaft 2025 | 394.300 | 375.730 |
| Veränderung seit 2022 | +8,4 % (+30.640 Jobs) | -6 % |
| Anteil direkt in der Tech-Branche | 34 % | 61 % |
Der Anteil an der Gesamtbeschäftigung erzählt eine verwandte Geschichte. Tech-Jobs machen in der Bay Area weiterhin über 10 Prozent der gesamten Beschäftigung aus, gegenüber 4,2 Prozent in New York, die Region, die am stärksten mit der Branche identifiziert wird, bleibt also auch die am engsten um sie herum gebaute.
Warum das Gesamtranking weiter für die Bay Area spricht
CBREs zugrunde liegende Bewertung gewichtet 13 Kennzahlen, darunter Talentkonzentration, Arbeitskosten, Wachstum, Diversität und Bildungsniveau, und sie hält die San Francisco Bay Area weiterhin auf Platz eins, New York liegt auf Platz vier hinter Seattle und Toronto. Die Kopfzahl ist nur einer dieser 13 Faktoren, und nicht der am stärksten gewichtete.
Bei KI ist der Abstand am größten. Die San Francisco Bay Area, New York, Seattle und Washington halten zusammen 37 Prozent des gesamten US-KI-Spezialtalents, und CBRE fand, dass San Francisco allein 80 Prozent des seit 2020 investierten US-KI-Wagniskapitals eingesammelt hat, selbst während KI-spezifische Stellen im vergangenen Jahr landesweit um 45 Prozent wuchsen und beide Regionen seit Mitte 2025 jeweils mehr als 20.000 KI-Jobs hinzugewannen.
Zusammen gelesen beschreiben die beiden CBRE-Befunde unterschiedliche Dinge. New York beschäftigt heute insgesamt mehr Tech-Arbeitskräfte, San Francisco finanziert und besetzt weiterhin die tiefere KI-Spezialisierung. Ein Ranking, das nur die erste Zahl nennt, erzählt nur die Hälfte dessen, was eine Standortentscheidung wirklich braucht.
Die Standortlektion für europäische Unternehmer
Europäische Unternehmer stehen näher an der Heimat vor derselben Lücke zwischen Kopfzahl und Spezialisierung, am sichtbarsten in London: Die Stadt zählt laut CBREs eigenem Global Tech Talent Guidebook rund 300.000 bis 500.000 Tech-Beschäftigte und liegt damit in derselben Größenordnung wie die Bay Area und New York selbst.
Größe ist in London keine Garantie, die so sicher ist, wie sie auf dem Papier aussieht. Branchenschätzungen zufolge fehlen dem Vereinigten Königreich bis 2028 mehr als 160.000 KI-Fachkräfte, wobei rund jede zweite KI-Stelle unbesetzt bleibt, selbst während Arbeitgeber weiter Stellen ausschreiben, dasselbe Muster aus viel Kopfzahl und wenig Spezialisten, das CBRE gerade für die Rivalin der Bay Area dokumentiert hat.
Für einen Unternehmer, der eine US-Expansion oder eine Neueinstellung im Heimatmarkt gegen London, Paris oder einen anderen europäischen Standort abwägt, weisen CBREs eigene Zahlen auf eine Frage hin, die vor jeder an ein Ranking gebundenen Entscheidung zu klären ist: Misst diese Zahl, wo der Arbeitskräftepool am größten ist, oder wo die KI-Spezialisten tatsächlich sitzen, denn eine Standortentscheidung auf der falschen Grundlage setzt ein Team in der falschen Stadt für die Aufgabe ein, die es erfüllen soll.
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