Eine im September verabredete Umbenennung, am 6. Oktober gemeldet
Tesla verwendet auf seiner europäischen Verkaufsseite seit Freitag, dem 9. Oktober, den Namen Tesla Assisted Driving statt Full Self-Driving (Supervised). Wired berichtete über die Änderung, und TechCrunch führt sie auf Druck des deutschen Verkehrsministeriums zurück.
Laut Mitteilung des Ministeriums vom 6. Oktober war der alte Name irreführend, weil das System nicht die gesamte Fahraufgabe übernimmt, und Tesla selbst habe den neuen Namen in Gesprächen im September angeboten. Verkehrsminister Steffen Bilger nannte die Bezeichnung FSD etwas irreführend und will sich nun für eine Zulassung des umbenannten Systems in ganz Europa einsetzen, vor einer EU-weiten Abstimmung.
Die Nachrichtenagentur dpa-AFX berichtet, das Ministerium spreche von einer konstruktiven Einigung mit Tesla zu technischen Fragen und zur Haftung, und zu dieser Einigung gehöre eine Obergrenze von 10 Prozent über der erlaubten Geschwindigkeit. Bei Tempo 50 wären das 55 km/h. Electrek zufolge, das sich auf Reuters beruft, erlaubt die in den Niederlanden zugelassene Version bis zu 50 Prozent über dem erkannten Limit, in derselben Zone nach unserer Rechnung also 75 km/h.
Wo die Zulassung steht
Die Zulassung ist ein Flickenteppich aus Ländern, und die EU-weite Entscheidung steht noch aus.
| Punkt | Stand am 9. Oktober |
|---|---|
| Zugelassene Länder laut Teslas Seite | Acht: Niederlande, Litauen, Estland, Dänemark, Belgien, Slowenien, Tschechien, Kroatien |
| Deutschland | Nicht auf Teslas Liste, unterstützt aber die EU-Zulassung |
| EU-weite Abstimmung | Frühestens im Dezember |
| Nötige Mehrheit | 15 von 27 Mitgliedstaaten, die 65 Prozent der EU-Bevölkerung vertreten |
| Bedenken wegen zu schnellen Fahrens | Frankreich und Schweden |
| Tempo über dem Limit | Deutschland: bis zu 10 Prozent. Niederländische Version: bis zu 50 Prozent (Reuters, laut Electrek) |
Die Liste der acht stammt von Teslas eigener Seite, und Electrek weist darauf hin, dass Deutschland dort noch fehlt. Die Niederlande waren im Frühjahr die Ersten, was Wired als vorläufige Genehmigung beschreibt.
Was die deutsche Seite weiterhin verspricht
Laut Electrek ist die neue deutsche Seite eine Übersetzung von Teslas US-Seite zu Full Self-Driving, auf der nur der Produktname ausgetauscht wurde.
Sie sagt weiterhin, das Auto fahre unter aktiver Aufsicht fast überall mit minimalem Eingreifen, behauptet weiterhin, das System sei siebenmal sicherer als menschliche Fahrer, gemessen an einem geschätzten US-Durchschnitt (laut Teslas eigener Fußnote), und endet weiterhin mit einem Abschnitt unter dem Titel "Die Zukunft ist autonom", der Robotaxi und Cybercab bewirbt. In den USA verkauft Tesla dasselbe Produkt weiter als Full Self-Driving (Supervised) für 99 Dollar im Monat.
Reuters berichtete diese Woche, wie TechCrunch und Wired weitergeben, Teslas Zulassungskampagne in Europa stütze sich auf fehlerhafte Sicherheitsforschung des Unternehmens, und Tesla habe europäischen Aufsichtsbehörden irreführende Sicherheitsdaten vorgelegt. TechCrunch ergänzt, die niederländische Behörde RDW sei von Tesla und dessen Anhängern im Netz stark unter Druck gesetzt worden. Wired erinnert daran, dass die kalifornische Kfz-Behörde im vergangenen Jahr die Begriffe Full Self-Driving und Autopilot als irreführend einstufte. Tesla antwortete auf die Anfrage von Wired zunächst nicht. Das sind Berichte von Reuters, und die zugrunde liegenden Unterlagen haben wir nicht gesehen.
Was Flotten- und Dienstwagenkäufer prüfen sollten
Der Fahrer bleibt verantwortlich, was auch immer auf dem Etikett steht. Laut Ministerium liegt die Verantwortung zu 100 Prozent beim Fahrer, und jedes zu schnelle Fahren geht auf sein Konto. Behandeln Sie das System als Fahrassistenz und fassen Sie Ihre Richtlinie entsprechend.
Prüfen Sie Flottenrichtlinie, Leasingvertrag und Versicherungsunterlagen auf die Begriffe Selbstfahren und Full Self-Driving, denn die Bezeichnung des Herstellers für die Funktion ändert sich, während ältere Unterlagen noch den alten Namen tragen können. Das ist ein Vorschlag von Servola und keine Rechtsberatung.
Prüfen Sie auch den Zulassungsstatus nach Land, denn acht Länder stehen auf Teslas Liste und Deutschland noch nicht. Rechnen Sie außerdem damit, dass sich das Fahrverhalten unterscheidet: Wird die Grenze von 10 Prozent zur EU-Regel, fährt die Funktion anders als die in den Niederlanden zugelassene Version, und Electrek merkt an, dass Tesla dafür FSD ändern müsste, das oft weit über 10 Prozent hinausgeht. Keine der Quellen nennt einen europäischen Preis für die Funktion, und die 99 Dollar im Monat sind ein US-Wert.
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