Eine Wasserkraftregion plant mit Gas
Am 13. August veröffentlichte der Northwest Power and Conservation Council seinen Entwurf des neunten regionalen Stromplans, die jüngste Ausgabe einer 20-Jahres-Prognose, die der Rat seit seiner Gründung durch den Kongress im Jahr 1980 etwa alle fünf Jahre erstellt, um Stromversorgung, Fisch- und Wildtierschutz entlang des Columbia-River-Systems auszubalancieren. Die zentrale Zahl dieser Ausgabe ist eine Nachfrageprognose von 50 bis 100 Prozent Wachstum in den kommenden zwei Jahrzehnten - eine Spanne, die der Rat ausdrücklich Rechenzentren, der Elektrifizierung von Fahrzeugen und Gebäuden sowie schlicht dem Bevölkerungswachstum in Washington, Oregon, Idaho und dem Westen Montanas zuschreibt.
Um diese Spanne zuverlässig abzudecken, empfiehlt der Entwurf bis 2032 rund 11.000 Megawatt neue Erzeugung: etwa 9.000 Megawatt Wind- und Solarkraft sowie bis zu 2.100 Megawatt neues Erdgas, wovon allein Washington 500 bis 1.250 Megawatt zugewiesen bekommt. Für eine Region, in der Wasserkraft der Bonneville Power Administration noch immer rund drei Viertel des Netzes trägt und in der die von Waldbränden und Lachsschutz geprägte Politik neuer fossiler Kraftwerke seit Jahrzehnten schwierig ist, ist die Empfehlung neuer Gaskraftwerke überhaupt selbst die Geschichte, die eine Wind-und-Sonne-Schlagzeile übersehen würde.
Speicher allein reicht nicht
Der Plan kombiniert diese Erzeugung mit 5 Gigawatt Batteriespeicher und 590 Megawatt Nachfragesteuerung - Ressourcen, auf die sich regionale Versorger seit Jahren stützen, um zu argumentieren, schwankende erneuerbare Energien könnten fossile Kapazität ersetzen. Planungsdirektorin Jennifer Light formulierte die Wahl unumwunden: Keine einzelne Ressource könne den wachsenden Energiebedarf der Region allein decken, nur ein Portfolio kosteneffizienter Ressourcen bringe die richtige Balance aus Wirtschaftlichkeit, Effizienz, Zuverlässigkeit und Versorgungssicherheit.
Diese Formulierung ist selbst ein Eingeständnis. Ein Rat, dessen frühere Pläne sich auf Effizienz und erneuerbare Energien stützten, um neue fossile Kapazität zu vermeiden, empfiehlt nun bis zu 2,1 Gigawatt Gas - gerade weil Speicher und erneuerbare Energien, selbst bei 9 beziehungsweise 5 Gigawatt, nicht zuverlässig genug sind, um eine Nachfragekurve abzudecken, die sich verdoppeln könnte. Das Gas ist keine Präferenz; es ist die Zuverlässigkeitsabsicherung, die das obere Ende der Prognose verlangt.
Versorger müssen jetzt mit Rechenzentren planen, nicht um sie herum
Der Entwurf markiert zudem eine Verfahrensänderung: Erstmals empfiehlt der Rat den Versorgern, sich bei der Ressourcenplanung direkt mit Rechenzentrumsentwicklern abzustimmen, statt Großverbraucher als Hintergrund-Nachfragewachstum zu behandeln, das später aufgefangen wird. Das ist ein stilles Eingeständnis, dass Rechenzentren in einer Region, die historisch günstige Wasserkraft exportiert hat, groß und unberechenbar genug geworden sind, um einen eigenen Platz am Planungstisch zu benötigen.
Der Entwurf steht bis zum 16. Oktober 2026 zur öffentlichen Konsultation offen, bevor ein endgültiger Plan bis Ende 2026 oder Anfang 2027 erwartet wird, bei geschätzten Umsetzungskosten von rund 2,3 Milliarden Dollar. Wie auch immer die endgültige Gaszahl ausfällt, der Plan stellt bereits fest, dass der amerikanische Nordwesten, eine Region, die ihre Klimaidentität auf günstiger Wasserkraft aufgebaut hat, neue fossile Erzeugung nun als einen Posten behandelt, den die eigenen regionalen Planer für notwendig halten, nicht optional, um mit dem KI-getriebenen Lastwachstum Schritt zu halten.
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